Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen im HGB
Deutsche Kreditwirtschaft lehnt IDW-Entwurf ab

Die deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat deutliche Kritik an dem vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) veröffentlichten Entwurf zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen im Handelsgesetzbuch (HGB) geübt. Pauschalwertberichtigungen seien von Kreditinstituten zu bilden, um das latente Kreditrisiko von Forderungen abzudecken. Im Kern verlange das IDW in seinem Entwurf vom Dezember 2018 nun, dass zukünftig die Berücksichtigung der noch nicht konkreten Kreditausfälle im HGB auf Basis von erwarteten Verlusten über die gesamte Kreditlaufzeit erfolgen solle.

Die deutschen Banken und Sparkassen kritisieren den Angaben zufolge, dass die geplante Methodik aus den handelsrechtlichen Vorschriften nicht ableitbar sei - insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die gesetzlichen Grundlagen des HGB nicht geändert hätten. „Das IDW tritt de facto als Regelsetzer auf, ohne jedoch ein entsprechendes Mandat hierfür zu haben“, erklärte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB).

Das vom IDW vorgelegte Modell sorge zudem für eine enorme Komplexität. Die DK unterstrich den Angaben zufolge, dass aufgrund der sehr komplexen Berechnungsverfahren und der damit verbundenen hohen Datenanforderungen eine Umsetzung in vielen Banken und Sparkassen gar nicht bzw. nicht in der vom IDW vorgegebenen Frist bis Ende 2020 möglich sei.

„Die dem HGB zugrundeliegende Methodenfreiheit zur Bemessung der Pauschalwertberichtigungen muss beibehalten werden“, forderte Ossig. Die DK plädierte laut ihrer Mitteilung dafür, dass das IDW seinen vorgelegten Entwurf in Zusammenarbeit mit der DK praxisgerechter weiterentwickele. Insgesamt sollten die Vorgaben des IDW prinzipienbasierter und weniger komplex sein. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
12.06.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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