Neue Marktattraktivität durch Rollenfindung
Der Custodian zwischen Integration und Spezialisierung
 

Die bisherige klassische Rolle eines Custodians als Mittler zwischen Markt und Marktteilnehmer ist nicht mehr unumstößliche Gewissheit. Neue Wettbewerber und neue Technologien fordern das etablierte Custody-Banking heraus. Zudem erschweren die Anforderungen der Regulatorik und der sich weiterentwickelnde Bedarf aus dem Markt dem Custodian die herkömmliche Erbringung seiner Serviceangebote.

In diesem Beitrag soll gezeigt werden, welchen Gestaltungsrahmen ein Custodian hat, um sich so zu positionieren, dass er ein wichtiger Partner seiner Kunden bleibt, den Wettbewerb auf Abstand hält und dabei ertragreich sein Geschäftsmodell verfolgen kann. 

Das Geschäft der Wertpapierverwahrer war lange ein Konglomerat aus ertragreichen Services und Produktvermittlungen zwischen Markt und Marktteilnehmer, ermöglicht durch die Hürden und Ineffizienzen der einzelnen Märkte. 

Custodians ermöglichen allen Kundengruppen den Zugang zu diesen Märkten und haben dabei – bis jetzt – in fast mustergültiger Manier die klassische Bankenfunktion der Transformationsleistung erbracht. Mittlerweile wurde diese notwendige Transformationsleistung jedoch durch die vielen Ansätze zur Standardisierung deutlich reduziert und kann oftmals, zumindest in der europäischen Standardtransaktion, von den Börsenplätzen selbst wahrgenommen werden. 

Auch die Kunden haben ihrerseits angefangen, ihre eigene Losgrößentransformation durchzuführen und durch eigenes Trade-Matching, mit anschließender Weitergabe weniger gebündelter Transaktionen, Kosten zu sparen. Die Bündelung der Aufträge erfolgt kundenseitig und nicht mehr beim Custodian, wodurch diesem die Gebühren der Einzelorders entgehen. 

Effizienz durch Masse?

Die meisten Custodians suchten bisher eine effiziente Lösung über das Volumen. Wer auf diese Art erfolgreich sein möchte, braucht standardisierungsfähige, massentaugliche Produkte. Dies ist aber schon allein aufgrund der heterogenen Kundenstruktur eines Custodians – bestehend aus Brokern, Asset-Managern, Retailbanken, Fondsmanagern und anderen – ein kompliziertes Vorhaben. 

Zudem reichen die meisten Kunden ihre eigene Heterogenität einfach an den Custodian weiter. Sie fordern die meist als Good Will getätigten nötigen Anpassungen und Betreuungsleistungen als selbstverständliche Aufgabe des Custodians ein. Das liegt auch daran, dass sie selbst in ihren Möglichkeiten begrenzt und gefangen durch ihre eigenen Systeme sind: beispielsweise im Handel oder den bestehenden Produktions- und Reportingprozessen und -tools. Ebenso unterliegen die Kunden dem Zwang zur eigenen Differenzierung in ihren Märkten, den der Custodian letztendlich ebenfalls erfüllen muss.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
16.10.2018
Erschienen in Ausgabe:
08/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Neydtstock | istockphoto.com
Autor/in 
Christian Angerer
ist bei der Managementberatung Horváth & Partners im Team Operational Excellence für Banken tätig. In seiner Funktion als Competency Lead Custody Banking/Capital Markets kümmert er sich schwerpunktmäßig um die Herausforderungen bei Custody- und Transaktionsbanken. 
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