Cyberattacken bedrohen Finanzwelt
„Den Kriminellen einen Schritt voraus sein“
 

Cyberangriffe haben das Potenzial, den Finanzmärkten schwere Schäden zuzufügen. Vor allem der Wertpapiermarkt sei davon stark bedroht, heißt es in einer Studie. Das sei auf die große Anzahl von Teilnehmern und Infrastrukturen sowie auf deren komplexe Wechselwirkungen in dem Bereich zurückzuführen.

Schwachstellen können demnach unwissentlich von Händlern, Brokern, Anlegern und anderen Stakeholdern verursacht werden – und den Systemen, welche die Akteure verwenden. Die gemeinsame Studie des Bankendienstleisters SWIFT und des britischen Informationssicherheitskonzerns BAE Systems verdeutlicht außerdem die Gefährdung der Bereiche Devisenhandel und Handelsfinanzmärkte. Die Untersuchung gibt Empfehlungen ab, wie man sich vor Attacken schützt. 

Demnach müssen Verantwortliche im Wertpapierhandel Kontrollen, Kommunikation und Daten im Bereich der Vor- und Nachhandelsaktivitäten einen hohen Stellenwert beimessen, um Cyberbedrohungen abzuwehren. Die Infrastrukturen der Wertpapiermärkte sollten eng mit den Marktteilnehmern zusammenarbeiten, um Risiken in der gemeinsamen Wertpapierhandels- und -abwicklungspraxis zu identifizieren und die Integrität des Marktgeschehens zu schützen.

Sicherheitskontrollen weiter verstärken

Mitarbeiter im traditionellen Bankgeschäft und im Zahlungsverkehr seien dazu angehalten, die Sicherheitskontrollen weiter zu verstärken und den Schutz für vorgelagerte Systeme ausbauen. Personen im Sektor der Handelsfinanzierung werde nahegelegt, vor allem Bereiche zu überprüfen, die auf einer wechselseitigen Vertrauensbasis beruhten und daher besonders von Cyberattacken bedroht seien.

Sanjay Samuel, Financial Services Director bei BAE Systems, erklärt hierzu: „Es gibt eine Vielzahl von Cyberbedrohungen. Deshalb wird ein ganzheitlicher Ansatz immer wichtiger.“ Cybersicherheit sei nicht mehr nur eine technische Herausforderung, da Angreifer auch Schwächen in der Marktaktivität bei Menschen und Prozessen ausnutzten. „Daher muss die Sicherheit auf allen Ebenen und in allen Bereichen von Finanzdienstleistungsunternehmen eingebettet und koordiniert werden.“ Brett Lancaster, Managing Director, Global Head of Customer Security bei SWIFT, fügt hinzu: „Dieser Bericht ist eine zeitgerechte Mahnung, dass wir noch weitergehen müssen, um den Kriminellen einen Schritt voraus zu sein.“

Die Studie analysiert den Angaben zufolge die unterschiedlichen Grade der Anfälligkeit und Bedrohung von Teilbereichen der Finanzmärkte. Im Fokus steht demnach die Frage, wie Schwächen bei Marktinfrastrukturen und Marktteilnehmern von Cyberkriminellen ausgenutzt werden könnten, um in Bereiche wie Wertpapiere, Devisen, Kreditgeschäft und Zahlungsverkehr in Organisationen einzudringen. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
23.11.2018
Quelle(n):
Bildquelle: ©Bits and Splits | fotolia.com
Autor/in 
Redaktion die bank
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