Entwurf für künftige Strategie
Commerzbank könnte jede fünfte Filiale schließen
 

Die Commerzbank hat angekündigt, 200 ihrer bislang 1000 Filialen schließen zu wollen. Zudem sollen unter dem Strich konzernweit etwa 2.300 Jobs gestrichen werden, teilte das Institut mit.

Die Commerzbank, Deutschlands zweitgrößte Privatbank, plant eine deutliche Reduzierung ihrer rund 1000 Filialen. Mit etwa 800 Zweigstellen, also rund 200 weniger als heute, wolle das Institut jedoch flächendeckend in Deutschland präsent bleiben. Dies sehe der Entwurf für die künftige Strategie („Strategieprogramm Commerzbank 5.0“) vor, teilt das Frankfurter Geldhaus am Freitag in Frankfurt am Main mit.

Zudem sei ein weiterer konzernweiter Stellenabbau vorgesehen. Rund 4.300 Vollzeitstellen würden voraussichtlich wegfallen, hieß es. Durch den geplanten Aufbau von etwa 2.000 Vollzeitstellen in strategischen Bereichen würde sich der Stellenabbau voraussichtlich netto auf rund 2.300 Vollzeitstellen belaufen. Die Details sollen den Angaben zufolge in den nächsten Monaten ausgearbeitet und gemeinsam mit den Arbeitnehmergremien beraten werden. Ziel sei es, den geplanten Stellenabbau möglichst sozialverträglich zu gestalten.

Da sich durch die fortschreitende Digitalisierung die Geschäftsmodelle der Commerzbank und der Comdirect immer stärker anglichen, sehe der Strategieentwurf die Verschmelzung der Comdirect auf die Commerzbank vor. Vor diesem Hintergrund erwäge das Institut, ein Erwerbsangebot an die außenstehenden Aktionäre der comdirect mit üblichen Bedingungen abzugeben. Laut Strategieentwurf solle den Aktionären der Comdirect in diesem Fall eine Prämie von voraussichtlich 25 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs der Comdirect geboten werden. Aktuell halte die Bank bereits einen Anteil von 82 Prozent an der Comdirect.

Der Strategieentwurf sehe zudem eine Veräußerung der Mehrheitsbeteiligung der Commerzbank an der mBank S.A. vor. Damit würde die Bank die Finanzmittel generieren, die eine schnellere Umsetzung der Strategie und die damit verbundenen Investitionen ermöglichen. Diese Veräußerung würde den Angaben zufolge zu einer deutlichen Reduzierung der risikogewichteten Aktiva um rund 17 Mrd. Euro und einer Freisetzung von Eigenkapital bei der Commerzbank führen. Die Veräußerung der mBank stünde unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, hieß es. Die mBank ist an der Warschauer Börse gelistet. Sie wird dort aktuell mit etwa 3,1 Mrd. Euro bewertet. Die Commerzbank hält 69,3 Prozent an dem Institut. Sie könnte durch einen Verkauf der Anteile rechnerisch gut zwei Mrd. Euro einnehmen. (ud)

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
20.09.2019
Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/sborisov

Autor/in 
Redaktion die bank
Weitere Artikel 
Webkiosk 

Die Zeitschrift

Ausgabe 08/2019

Jetzt online lesen »

 

 

Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv