Banking entkoppelt von den Banken
Chancen aus der PSD 2 ergreifen

Viele Banken haben es mit der Ausrichtung ihres Geschäftsmodells auf die PSD 2 nicht so eilig und warten erst einmal ab. Aber das kann gefährlich werden und der Konkurrenz die Tore öffnen, belegt eine aktuelle Untersuchung. Mit Inkrafttreten der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie verlieren die Banken das alleinige Zugriffsrecht auf die Kontodaten ihrer Kunden und müssen gegenüber Dritten ihre Schnittstellen offenlegen. Das Banking wird somit von den Banken entkoppelt. 87 Prozent der von Cofinpro und dem IT Finanzmagazin befragten Bank-Experten rechnen daher mit erheblichen Folgen für das Geschäft der Institute. Und sie sind sich sicher: Die PSD 2 betrifft nur vordergründig den Zahlungsverkehr. Sie bedroht mittel- bis langfristig auch das Bankgeschäft im Wertpapier- und Kreditbereich.

Die Treue zu den klassischen Banken schwindet derweil. Bereits jeder zweite Deutsche kann sich vorstellen, Produkte und Leistungen anderer Anbieter zu nutzen, wie das parallel erhobene FinWeb Barometer 2017 ergab. Auch die Bank-Experten sind davon überzeugt, dass die Hausbank an Bedeutung verlieren wird. 68 Prozent von ihnen rechnen künftig mit mehr Kontoeröffnungen pro Kunde. Und die Konkurrenz lauert dabei abseits der Bankenwelt: Es sind vor allem Internetunternehmen, aber auch bankfremde Zahlungsdienstleister, Händler und FinTechs.

Noch haben die Banken ihre Kunden allerdings nicht verloren. Den Weg in die digitale Bankenwelt gehen die Deutschen nämlich glücklicherweise nur in kleinen Schritten. Der Rat der für die Studie befragten Bankexperten lautet daher zumeist: „Agieren statt Abwarten.“ Sie sehen in der EU-Richtlinie nicht nur Gefahren, sondern auch Chancen. So glauben 72 Prozent, dass die PSD 2 den Banken neue Geschäftspotenziale erschließen kann. „Die Institute sollten aktiv daran arbeiten, ihr Geschäftsmodell anzupassen und ihre Rolle als zentrale Finanzintermediäre zu sichern. Es gibt dabei jedoch keinen sprichwörtlichen Königsweg, jede Bank muss ihre eigene Positionierung finden“, rät Cofinpro-Vorstand Christine Naber. Dazu zählt sie auch die Frage, ob die Institute Produktschmiede bleiben wollen oder ob sie als Dienstleister oder Plattform für andere arbeiten werden bzw. welche Partnerschaften sie eingehen wollen. Die Studie „Strategische Konsequenzen aus PSD2“ steht zum Download bereit unter https://cofinpro.de/studie-psd2-downloaden/

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
10.08.2017
Quelle(n):

Artikelbild: © Eric - Fotolia.com

Grafik: Cofinpro

Autor/in 
Redaktion die bank
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