Donny Kranson
Brexit: Die eigentliche Arbeit steht erst noch bevor
 

Mit dem Austrittsdatum am 31. Januar sind viele Fragen zum Brexit weiterhin nicht geklärt, so manche kommen gerade erst auf. Selbst die Übergangsphase kann noch über 2020 hinaus verlängert werden, was sehr wahrscheinlich ist.

Das Vereinigte Königreich muss mit seinem größten Handelspartner, der Europäischen Union (EU), ein Handelsabkommen vereinbaren, bevor diese Übergangsphase endet. Solche Verhandlungen dauern normalerweise Jahre. Sollte das Abkommen nicht zustande kommen oder die Verhandlungsphase verlängert werden, könnte es immer noch zu einem harten Brexit kommen. Zudem muss Großbritannien auch mit anderen Ländern Handelsabkommen aushandeln, was wohl keine einfache Aufgabe werden dürfte.
Da die künftigen Handelsregeln nicht bekannt sind, ist es für die Unternehmen schwierig, für die Zukunft zu planen, was wahrscheinlich das Wachstum beeinträchtigen wird. Europa hat das Vereinigte Königreich bereits davor gewarnt, dass es weniger Zugang zum europäischen Binnenmarkt haben werde, wenn seine Regeln zu sehr von denen der EU abweichen. Dazu gehören staatliche Beihilfen, Unternehmenssteuersätze, Umweltstandards und Arbeitsgesetze.

Kein reibungsloser Start

Ebenso wurde Großbritannien auch davor gewarnt, dass es nach dem Brexit – wie im Austrittsabkommen vereinbart – Waren, die von Großbritannien nach Nordirland gehen, kontrollieren muss, obwohl Premierminister Boris Johnson weiterhin betont, dass es diese Kontrollen nicht geben wird. All das ist im Grunde genommen schon jetzt kein reibungsloser Start mehr.
Im Gegenzug verfügt der Premierminister allerdings über eine große Mehrheit im Unterhaus und kann eine expansive Politik in den Bereichen Infrastruktur, Wohnungsbau und Transport vorantreiben, während die Bank of England wahrscheinlich bei den niedrigen Zinsen bleiben wird. Zusammen können diese Faktoren einen Teil des langsameren Investitionswachstums der durch die Unsicherheit gelähmten Unternehmen ausgleichen.

Ein Marktkommentar von Donny Kranson, Portfolio Manager bei Vontobel Asset Management.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
31.01.2020
Autor/in 
Donny Kranson
                                                                                                     Portfolio Manager bei Vontobel Asset Management.
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