Prognose für 2020
Bezahldienstleister im Fokus von Cyberkriminellen

Die Cyberkriminalität nimmt in Deutschland immer weiter zu. Dem aktuellen Lagebild zur Cyberkriminalität des Bundeskriminalamts (BKA) zufolge stiegen die gemeldeten Fälle im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf knapp über 87.100. 2020 könnten es Cyberkriminelle vermehrt auf Apps zur Geldanlage, Systeme zur Verarbeitung von Finanzdaten online und aufstrebende Krypto-Währungen abgesehen haben. Zudem werden sich voraussichtlich der Handel mit Zugängen zur Infrastruktur von Banken und die Entwicklung neuer Varianten mobiler Malware basierend auf Sourcecode-Leaks etablieren. Das prognostiziert das Softwareunternehmen Kaspersky, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung.

Demnach sind unter anderem Fintechs im Fokus der Betrüger. Weltweit verwendeten immer mehr Nutzer mobile Apps zur Geldanlage. Ein Trend, der 2020 auch das Interesse von Cyberkriminellen erregen werde, denn nicht jede App verfüge über die bestmöglichen Sicherheitssysteme wie Multi-Faktor-Authentifizierung und Verbindungsschutz. Darüber hinaus lasse die Analyse von Foren im Darknet darauf schließen, dass in jüngster Zeit der Quellcode einiger populärer mobiler Banking-Trojaner an die Öffentlichkeit gelangt sein dürfte. In der Vergangenheit hätten ähnliche Fälle zu einer Zunahme neuer Varianten geleakter Trojaner geführt – ein Muster, das sich 2020 wiederholen könnte.

Zudem gebe es einen Anstieg bei Aktivitäten cyberkrimineller Gruppierungen, die Geld mit dem kriminellen Handel von Netzwerkzugängen zu Banken speziell in Asien und Afrika, aber auch in Osteuropa verdienen würden. Im Fokus stehen demnach in erster Linie kleinere Banken und Finanzinstitute, die kürzlich von größeren Unternehmen aufgekauft worden seien und deren Cybersicherheitssysteme an die Standards der neuen Mutter angepasst werden müssten. Genau diese Institute könnten Opfer von Ransomware-Attacken werden, da Banken den Experten der Softwarefirma zufolge zu jener Gruppe von Firmen zählen, die tendenziell eher ein Lösegeld zahlen als den Verlust von Daten in Kauf zu nehmen.

Wie es weiter hieß, attackieren Cyberkriminelle zudem verstärkt Bezahldienstleister. In den vergangenen Jahren sei das sogenannte JavaScript-Skimming, also das Abgreifen von Kredit- und Bankkartendaten von Online-Shops, unter Cyberkriminellen immer populärer geworden. Die Experten sehen derzeit mindestens zehn unterschiedliche Akteure in diesem Bereich und glauben, dass die Zahl im Lauf des nächsten Jahres weiter zunehmen werde. Dabei seien vor allem Unternehmen gefährdet, die E-Commerce als Dienstleistung anbieten, denn Angriffe auf diese Dienstleister würden sich auf Tausende von Unternehmenskunden auswirken. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
03.12.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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