Das Basel-IV-Maßnahmenbündel ist geschnürt: Teil 1
BCBS 424 als Basel-III-Endgame
 

Am 7. Dezember 2017 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sein finales Papier zum „Abschluss der Basel-III-Reformen nach der Krise“ veröffentlicht, das auch kurz „Basel IV“ genannt wird. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die weitreichenden und umfassenden Empfehlungen, die künftig zu einer Änderung oder Erweiterung der aufsichtlichen Regelungen in der EU-Verordnung Nr. 575/2013 führen werden.

Der Baseler Ausschuss präsentierte mit seinem lang erwarteten BCBS-424-Standard der Öffentlichkeit ein Werk, mit dem insbesondere viele Regelungen der Basel-II-Rahmenvereinbarung (BCBS 128) gestrichen oder ersetzt sowie völlig neue aufsichtliche Instrumentarien eingeführt werden. Das Basel-II-Rahmenwerk wurde zwar im Wesentlichen durch fünf Basel-III-Papiere (BCBS 187, 188, 189, 233 und 255) in Teilen modifiziert und ergänzt, ist aber immer noch die Grundlage der internationalen Bankenaufsicht. Es soll die Stabilität der internationalen Finanzmärkte mithilfe von sogenannten Aufsichtssäulen bewahren:

  • Säule 1: Mindesteigenmittelanforderungen für Kreditrisiken und operationelle Risiken 
  • Säule 2: Bankaufsichtlicher Überprüfungsprozess der Adäquanz der Eigenmittelausstattung und des Risikomanagements
  • Säule 3: Leitlinien für Offenlegungspraktiken zum Zweck einer Stärkung der Marktdisziplin durch erweiterte Transparenzvorschriften
  • Säule 4: Sonstige, nicht risikobezogene Aufsichtsinstrumente.

Die Bankenbranche nennt den neuen Mammut-Standard 424 zusammen mit anderen bereits veröffentlichten Papieren aufgrund des Umfangs und der in Teilen grundlegenden Neuausrichtung „Basel-IV-Maßnahmenbündel“ und benutzt damit nicht die recht eigenartige offizielle Bezeichnung des Baseler Ausschusses „Abschluss der Basel-III-Reformen nach der Krise“. 

Die Aufsicht hat mit Basel IV die historisch größte regulatorische Änderungswelle hervorgebracht, die die Welt bislang gesehen hat. So sieht der BCBS-424-Standard sehr umfassende und tiefgreifende Änderungen insbesondere in der Säule 1 vor. Merkwürdig rückständig mutet die Bezeichnung „Basel-III-Abschluss“ an, wenn man bedenkt, dass die Aufsicht ein Jahrzehnt für die Formulierung und letztlich bis zu zwei Jahrzehnte für die vollständige Inkraftsetzung aller Regelungen benötigt, die eigentlich schon in der Finanzkrise 2007/2008 nötig gewesen wären.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
16.04.2018
Erschienen in Ausgabe:
03/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Julia_Sudnitskaya | istockphoto.com
Autor/in 
Martin Neisen, Hermann Schulte-Mattler
Martin Neisen ist Partner im Bereich Regulatory Management und Global Basel IV Leader bei PricewaterhouseCoopers (PwC) in Frankfurt am Main. 

Prof. Dr. Hermann Schulte-Mattler ist Professor für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Finanzwirtschaft und Controlling an der FH Dortmund.
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