Bestandsaufnahme und Stimmungslage
Bankenregulierung 2018 im Visier
 

Seit dem Ausbruch der großen Finanzmarktkrise vor zehn Jahren hat eine umfangreiche Welle zur Regulierung von Banken eingesetzt. Zahlreiche Maßnahmen sollen das globale Finanzsystem insgesamt krisensicherer machen und werden kontinuierlich diskutiert und weiterentwickelt, umgesetzt oder auch wieder verworfen. Hier den Überblick zu behalten, stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Zum Jahresende ist es an der Zeit, die Reformbemühungen des Jahres 2018 noch einmal in den Blick zu nehmen und die aktuelle Stimmungslage in der Bankenbranche zu erfassen.

Überarbeitung von CRR und CRD

Im Dezember 2017 wurde die Finalisierung von Basel III beschlossen, die auch unter dem Stichwort Basel IV bekannt ist. In Europa wird das Baseler Reformpaket durch das CRD-IV-Paket umgesetzt, das die Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation, CRR) und die Eigenkapitalrichtlinie (Capital Requirements Directive, CRD) umfasst. Die Kapitaladäquanzverordnung, auch als EU-Bankenverordnung bezeichnet, setzt die 1. Säule von Basel III um, während die EU-Bankenrichtlinie die 2. Säule von Basel III in nationales Recht umsetzt. 

Die neuen und überarbeiteten Fassungen haben dazu geführt, sich auch im Jahr 2018 mit den neuen Plänen des aufsichtsrechtlichen Regelwerks auseinanderzusetzen, da diese signifikante Veränderungen im Aufsichtsrecht mit sich bringen werden. Grundlage für die im Juli 2018 begonnenen Trilog-Verhandlungen bilden nämlich die vom Rat der Europäischen Union und dem EU-Parlament im Mai 2018 und Juni 2018 veröffentlichten Kompromisstexte, über die es zu verhandeln gilt. Neben einigen, in den Kompromisstexten diskutierten Sachverhalten stehen jedoch auch die Trilog-Verhandlungen selbst in der Kritik. Sie gelten als undurchsichtig und intransparent, und würden das Vertrauen in die EU schmälern. 

Ausgestaltung der Leverage Ratio

Im Mittelpunkt von CRR II steht die Leverage Ratio. Diese Kennzahl gibt vor, wie viel des ungewichteten Gesamtexposures mit aufsichtsrechtlichem Kernkapital zu unterlegen ist. Bisher war die Leverage Ratio lediglich eine Größe, über die berichtet werden muss. In Zukunft soll sie jedoch verpflichtend mindestens drei Prozent betragen. Damit gibt sie zugleich eine Verschuldungsgröße vor, indem sie das maximal mögliche Geschäftsvolumen auf das etwa 33,3-Fache des vorhandenen Kernkapitals begrenzt.

Da es unterschiedliche Einschätzungen hinsichtlich der Vorteile einer Leverage Ratio gibt, wurde der Zeitpunkt ihrer Einführung auch im Jahr 2018 noch nicht final geklärt. Zur Diskussion steht das Jahr 2020. Ebenfalls ungeklärt ist, ob es für systemrelevante Banken, sogenannte Global Systemically Important Banks (G-SIB), einen Aufschlag auf die Leverage Ratio geben soll. Hintergrund hierfür ist, dass die Leverage Ratio während der internationalen Wirtschafts- und Finanzmarktkrise übermäßig angestiegen ist und seitdem als Krisenindikator gilt. 

(…) 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift "die Bank" 10/2018. Die Ausgabe kann im Abo oder einzeln bezogen werden. Zusätzlich kann auch dieser Artikel einzeln bezogen werden.
 Diese Ausgabe kaufen
 Den vollständigen Artikel jetzt online kaufen
Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
14.01.2019
Erschienen in Ausgabe:
10/2018
 Diese Ausgabe kaufen
 Diesen Artikel kaufen
Quelle(n):
Bildquelle: ©stock_colors | istockphoto.com
Autor/in 
Carmen Mausbach
Die Diplom-Kauffrau ist seit 2002 als freie Wirtschaftsjournalistin tätig. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die redaktionelle Mitarbeit im BuS-Netzwerk für Betriebswirtschaftliche und Steuerliche Fachinformationen.
Weitere Artikel 
Artikel abonnieren 
die bank | Newsfeed
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv