Digitalisierungsindex Mittelstand
Banken und Versicherungen sind Top Performer
 

Früher als andere haben Finanzunternehmen erkannt, dass sie mit der Digitalisierung ihre Marktposition festigen und sich im Wettbewerb besser behaupten können. 69 Prozent haben die Digitalisierung in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Die Branche zeigt sich damit so digital wie keine andere.

Banken und Versicherungen wollen mit dem digitalen Wandel ihre Marktposition festigen, sich gegen disruptive Wettbewerber behaupten und sie sehen in der digitalen Transformation zunehmend einen Schlüssel zum künftigen Erfolg. Als Digital Leader sind sie auf allen digitalen Handlungsfeldern hervorragende Chancenverwerter.

Der Digitalisierungsgrad ist nicht in allen Branchen gleich weit fortgeschritten. Als digitale Vorreiter stehen die Finanzdienstleister mit einem Indexwert von 63 Punkten an der Spitze. Es folgen die IT- und Kommunikationsbranche und die Verkehrs- und Logistikbetriebe. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle repräsentative Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ des Analystenhauses techconsult im Auftrag der Deutsche Telekom.

Banken und Versicherungen nutzen die Digitalisierung, um sich besser auf die Wünsche ihrer Kunden einzustellen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern, nicht zuletzt gegenüber technologiegetriebenen Startups aus dem Finanzsektor. Online-Banking, digitale Kontoeröffnung, Hochfrequenzhandel und FinTechs: Bankkunden erwarten schnellen Service, Aufseher rasche Auskunft und zusätzlich wollen sich FinTechs einzelne Glieder der Wertschöpfungskette schnappen. Banken müssen sich daher digital transformieren, ihr traditionelles Geschäftsmodell stand früher als das anderer Branchen auf dem Prüfstand. Schon heute bieten sie ihren Kunden digitalen Komfort, zum Beispiel Kontaktmöglichkeiten auch außerhalb der Geschäftszeiten via Chat oder Video.

 

Digitalisierung im Geschäftsmodell verankert

Digitale Konsequenz lohnt sich. Ob im Bereich der Kundenbeziehungen, der Produktivität, bei den digitalen Angeboten oder beim Thema IT-Sicherheit und Datenschutz: Überall haben sich die digitalen Vorzeigeunternehmen vom Rest der Unternehmen deutlich abgesetzt und sich mit Werten zwischen 85 und 93 Punkten im Wettbewerb hervorragend positioniert. Unter den Digital Leadern sind jene zehn Prozent der Unternehmen zu verstehen, die auf dem digitalen Transformationsweg schon am weitesten vorangekommen sind. Sie erreichen in Sachen Digitalisierung mit einem Indexwert von 89 Punkten einen deutlich höheren Wert als die durchschnittlichen Unternehmen (54 Punkte). Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Auflage der repräsentativen Benchmarkstudie. Unter Betrachtung folgender Handlungsfelder: Beziehung zum Kunden, die Produktivität im Unternehmen, digitale Angebote und Geschäftsmodelle sowie IT-Sicherheit und Datenschutz. Daraus ergibt sich der Digitalisierungsindex Mittelstand, eine valide Messgröße für den digitalen Status quo von 12 Branchen und der Digital Leader.

Gute Ausgangslage für Unternehmen 

Es läuft für die deutsche Wirtschaft. Im Oktober 2017, zum Zeitpunkt der Studie, hob die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose von 1,5 auf 1,9 Prozent. Die Unternehmen ruhen sich auf ihren Erfolgen aber nicht aus: Sie wissen, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nur dann weiter ausbauen können, wenn sie ihre Prozesse effizienter gestalten, die Kundenbeziehungen vertiefen und neue Geschäftsmodelle entwickeln.

Aber sie engagieren sich auch auf den anderen Handlungsfeldern: Unternehmen sind auf allen Kanälen rund um die Uhr aktiv, intensivieren den Kontakt mit dem Kunden und bieten ihm einen besseren Service. Mit mobilen Anwendungen erhöhen sie intern die Produktivität. Oder sie ergänzen ihre Produkte mit smarten Services und warten ihre Anlagen mit Maschine-zu-Maschine-Anwendungen sogar aus der Ferne.

Warum immer mehr Firmen die Digitalisierung so wichtig nehmen? Weil sich eindeutig ein Zusammenhang zum Geschäftserfolg zeigt. Der digitale Reifegrad eines Unternehmens beeinflusst die Geschäftsentwicklung. Unternehmen versprechen sich also einen Mehrwert. Sie wissen, dass der umso höher ausfällt, je konsequenter sie den Wandel vorantreiben. So sind die Digital Leader der jeweiligen Branchen mit ihren Unternehmenskennzahlen deutlich zufriedener als der Rest der Unternehmen. Bei 63 Prozent der Firmen gilt Digitalisierung daher als Chefsache, zusätzlich treibt vor allem in größeren Unternehmen auch die IT-Abteilung (43 Prozent) die Transformation voran. Selbst einzelne digitale Maßnahmen zahlen sich aus. So registrieren 80 Prozent der Unternehmen, die professionelle Kundendatenbanken im Einsatz haben, positive Effekte für ihren Umsatz. 75 Prozent der Unternehmen können mit Cloudlösungen ihre internen Prozesse effizienter gestalten.

Auch wenn die Digitalisierung immer mehr zur Geschäftsentwicklung beiträgt, gibt es nach wie vor Bedenken. So fürchten Unternehmen vor allem hohe Investitionskosten (35 Prozent), um die Sicherstellung des Datenschutzes (34 Prozent) und die Gewährleistung der IT-Sicherheit (33 Prozent).

Wer sich transformiert, profitiert vom digitalen Mehrwert

Die Unternehmen haben in der Regel im Lauf des vergangenen Jahres auf fast allen Handlungsfeldern an Indexpunkten zugelegt. Getrieben sind sie von vier wichtigen Zielen auf ihrer Agenda, die sie mit Digitalisierung erreichen wollen: Eine bessere Beziehung zum Kunden, die Produktivität im Unternehmen steigern und die Grundlage für neue digitale Angebote und Geschäftsmodelle schaffen. Den Unternehmen ist dabei klar, dass der Transformationserfolg eng an die Bereitstellung einer zukunftssicheren Basis mit IT-, Informationssicherheit und Datenschutz gekoppelt ist. Mittelständische Unternehmen sind für Sicherheitsbelange besonders sensibilisiert und erzielen im Digitalisierungsindex gute Werte. Digitalisierung lohnt sich. Die meisten Mittelständler wissen inzwischen: Wer seine Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen will, muss sich digital weiterentwickeln. Deshalb gehört in knapp 42 Prozent der befragten Unternehmen die Digitalisierung inzwischen zur Geschäftsstrategie – im Vorjahr war das nur bei 27 Prozent der Firmen der Fall.

 

Doch profitieren nicht nur die digitalen Vorreiter von der Transformation. Auch die übrigen Unternehmen, die Digitalisierungsmaßahmen umgesetzt haben, sprechen von positiven Effekten. So geben 35 Prozent der Unternehmen an, dass mit der Digitalisierung der Umsatz steigt und 45 Prozent stellen eine gesteigerte Kundenzufriedenheit fest. Auch in anderen Bereichen schafft Digitalisierung Mehrwerte: Bei 50 der Unternehmen wirkt sie sich positiv auf interne Prozesse aus, 44 Prozent steigern die Qualität ihrer Produkte oder ihres Services.

Mittelstand packt Digitalisierung beherzt an

Der deutsche Mittelstand verfolgt engagiert seine digitale Transformation. Das gilt für alle Branchen und Firmen jeder Größe. Die Unternehmen wollen ihre gute Position im Wettbewerb weiter ausbauen und sich langfristig die eigene Existenz sichern. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Auflage der repräsentativen Benchmarkstudie „Digitalisierungsindex Mittelstand“ von techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom. Dazu wurden rund 2.000 Unternehmen aller Branchen befragt, wie sie sich der Digitalisierung stellen, wie weit sie bereits gekommen sind und wie sie selbst ihre Digitalisierungsaktivitäten in unterschiedlichen Bereichen bewerten. 

42 Prozent der Unternehmen haben das Thema Digitalisierung inzwischen fest in der Geschäftsstrategie verankert. 2016 war das es erst bei 27 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe der Fall. Insgesamt ist der Digitalisierungsindex im Mittelstand um zwei Punkte auf 54 von 100 gestiegen. Doch nach wie vor hängt das Transformationstempo von der Größe der Unternehmen und von der jeweiligen Branche ab. Fakt ist jedoch, dass alle Unternehmen im vergangenen Jahr digital zugelegt haben. In allen Branchen und in jeder Größenklasse gibt es digitale Vorreiter, die die Möglichkeiten der Digitalisierung bereits sehr gut ausschöpfen.

Unternehmen, die sich transformieren, sind auf vier Handlungsfeldern aktiv. Sie verbessern die Beziehungen zu ihren Kunden, erhöhen mit digitalen Lösungen ihre Produktivität, stellen ihr Geschäftsmodell auf den Prüfstand und entwickeln es mit digitalen Technologien weiter. Dem Mittelstand ist bewusst, dass das digitale Handlungsfeld IT-, Informationssicherheit und Datenschutz die elementare Grundlage ist, ohne die alle weiteren Digitalisierungsbestrebungen zum Scheitern verurteilt wären. Hier erreicht der Mittelstand mit 66 Indexpunkten die höchste Punktzahl und verschafft sich damit eine solide Ausgangsbasis für alle Transformationsvorhaben.

 

Wie steht es im Handel mit der Digitalisierung?

Die deutschen Handelsunternehmen haben ihre digitale Transformation im vergangenen Jahr weiter vorangetrieben. In der Neuauflage der Benchmark-Studie zeigt sich, dass 37 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung in ihre Geschäftsstrategie integriert haben. Das ist ein Plus von 12 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Im Digitalisierungsindex hat der Handel zugelegt und liegt jetzt bei 49 Punkten. Das ist immerhin ein Punkt mehr als im Vorjahr – dennoch liegt er damit immer noch leicht unter dem gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt (54 Punkte). Bei der digitalen Transformation konzentriert sich der Handel auf IT-Sicherheit und Datenschutz sowie auf die Verbesserung der Kundenbeziehungen. Die Studie zeigt: Transformation lohnt sich. Digitale Konsequenz wird auch im Handel mit einem digitalen Mehrwert honoriert. Das beweist eindrücklich der Vergleich mit den Digital Leadern – also den digitalen Vorreitern unter den deutschen Unternehmen. Diese sind mit ihren Unternehmenskennzahlen viel zufriedener als der Durchschnitt.

 

Fazit und Empfehlung

Bei der digitalen Transformation sind mittelständische Unternehmen im vergangenen Jahr weiter vorangekommen. Noch aber gibt es in Sachen „Digitalisierung“ unterschiedliche Geschwindigkeiten: Einerseits zwischen den einzelnen Branchen und Größenklassen, andererseits auch zwischen den Top 10 der Unternehmen, die die Möglichkeiten der Digitalisierung schon ausschöpfen, und den übrigen Unternehmen. Allerdings haben inzwischen deutlich mehr Unternehmen die Digitalisierung in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Der Wille zur Transformation ist im Mittelstand gewachsen. Zumal jene Unternehmen, die Digitalisierungsmaßnahmen bereits umgesetzt haben, von positiven Effekten sprechen: Die Transformation zahlt sich bei ihnen bereits in der Form eines digitalen Mehrwerts aus. Auf der digitalen Habenseite stehen mehr Absatz und Umsatz, neue Kunden und beschleunigte Prozesse. Unternehmen, die ihre digitale Transformation noch aufgeschoben haben, sollten daher jetzt nicht länger warten, um den digitalen Vorsprung der Konkurrenz nicht zu groß werden zu lassen. Dass sie bereits von digitalen Einzelvorhaben und damit kleinen Transformationsschritten profitieren, beweisen die Studienergebnisse

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
25.01.2018
Erschienen in Ausgabe:

Quelle(n):

Bildquelle: ©NicoElNino | iStockphoto.com

Grafiken: www.digitalisierungsindex.de

Autor/in 
Redaktion die bank

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