Banken suchen verstärkt nach Kooperationen
 

Der Trend zu verstärkten Kooperationen ist bei mittelgroßen Banken ungebrochen und wird sich aufgrund steigenden Kostendrucks noch weiter verstärken. Anlageberatung und die Vermittlung von Wertpapierprodukten wollen viele Institute auch zukünftig selbst anbieten. Die Depotführung und die Wertpapierabwicklung dagegen werden eher als Kandidaten für das Outsourcing identifiziert.

Der Trend zu verstärkten Kooperationen ist bei mittelgroßen Banken ungebrochen und wird sich aufgrund steigenden Kostendrucks noch weiter verstärken. Dies ist ein Ergebnis der Markstudie 2014 der KWF Business Consultants GmbH. Im Vergleich zu 2012 ist der Anteil der Banken, die die Wertpapierabwicklung und-verwahrung ausgelagert haben, auf 71 % gestiegen (2012: 64 %), bei der Orderausführung waren es 65 % der Institut (2012: 30 %). Für künftige Kooperationen wird sowohl die technische als auch die juristische Depotführung als relevant bezeichnet. Dies stützt die These, dass Banken im Spannungsfeld der Regulierung und Digitalisierung nach Lösungen suchen, sich auf kundennahe Prozesse zu konzentrieren und bei anderen Dienstleistungen Kooperationspartner zu suchen. Das Depotvolumen der Banken liegt mehrheitlich bei weniger als 500 Mio. €. Insgesamt ist eine deutliche Zweiteilung zu konstatieren. Eine große Mehrheit der Banken gibt an, die Anlageberatung und die Vermittlung von Wertpapierprodukten auch zukünftig selbst anbieten zu wollen – beides sind Dienstleistungen, die mit einer direkten Kundenansprache verbunden sind. Die Depotführung und die Wertpapierabwicklung dagegen werden von den Kreditinstituten als Kandidaten für das Outsourcing identifiziert. Vor allem für kleine und mittelgroße Banken lässt sich durch gezielte Kooperationen das Wertpapiergeschäft effizienter und profitabler aufstellen. Die KWF-Umfrage ergab allerdings auch, dass Banken vor allem bei der juristischen Auslagerung der Depotführung – dabei wird der Kooperationspartner auch Vertragspartner des Kunden – sensibel vorgehen müssen. 79 % der befragten Institute vermuten, dass diese Kooperation zu Vorbehalten bei ihren Kunden führen könnte. Großes Potenzial sehen die Kreditinstitute dagegen in standardisierten Produktlösungen. Viele denken darüber nach, standardisierte Produkte Kunden mit Anlagesummen unter 50.000 € anzubieten. Vor dem Hintergrund administrativer Aufwände in der Anlageberatung werden mehr und mehr standardisierte Lösungen favorisiert. Auf mittlere Sicht rechnen die Banken mit sinkenden Erträgen bei gleichzeitig steigendem Geschäftsvolumen. Dies könnte dafür sprechen, dass Banken vermehrt nach Partnern suchen müssen, um im digitalen Wettbewerb mithalten zu können.

Bildquelle: Fotolia.com

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Artikel veröffentlicht am:
14.08.2014
Autor/in 
Redaktion die bank
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