Verbraucher und Finanzen
Banken haben Anlageberatung verbessert

Die deutschen Banken und Sparkassen haben die Qualität der Anlageberatung in den letzten Jahren verbessert. Das bestätigt die Stiftung Warentest im aktuellen Anlageberatungstest ihrer Zeitschrift Finanztest. Zwei Drittel der untersuchten Banken haben demnach gut oder befriedigend beraten. Die Erfassung der persönlichen und finanziellen Verhältnisse des Kunden durch die Kreditinstitute wird sogar als sehr gut bis gut bewertet. Dies stelle die Ergebnisse der kürzlich durchgeführten Untersuchung des Finanzmarktwächters stark in Frage, die auf Basis einer nicht-repräsentativen Erhebung überwiegend eine schlechte Beratung unterstellte, berichtet die Deutsche Kreditwirtschaft (DK).

Stiftung Warentest stellt fest, dass auch hausinterne Vorgaben zu guten Anlageempfehlungen führen können. Eine Einbindung aller am Markt angebotenen Produkte sei faktisch nicht möglich und rechtlich nicht erforderlich. Die Stiftung bemängelt ferner, dass in einigen Fällen vergleichbare Produkte günstiger am Markt erhältlich seien. Die DK weist deshalb darauf hin, dass die Testanleger eine provisionsbasierte Anlageberatung in Anspruch genommen hätten. „Klar ist, dass ein Kreditinstitut die Erbringung solch einer für den Kunden kostenlosen Dienstleistung erwirtschaften muss. Dies geschieht im Falle eines Geschäftsabschlusses über Provisionen vom Produkthersteller, was gegenüber dem Kunden transparent gemacht wird“, so die Interessengemeinschaft der kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände. Wie bei früheren Tests bleibe die mangelnde Transparenz der Durchführung, der Bewertungsmaßstäbe sowie der Auswertung der Testergebnisse zu kritisieren.

Verbraucherschutz in Sachen Finanzen steht auch bei den „Marktwächtern“ im Vordergrund. Mit ihnen sammeln die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband Erkenntnisse über die tatsächliche Lage von Verbrauchern im Finanzmarkt und in der digitalen Welt; sie beobachten und untersuchen das Marktgeschehen auf Grundlage von Verbraucherbeschwerden und empirischen Untersuchungen. Unter www.marktwaechter.de wurde ein Internetportal online gestellt, auf dem sich Verbraucher über die Arbeit der Projekte "Marktwächter Finanzen" und "Marktwächter Digitale Welt" informieren können. Das Portal liefert umfangreiche Informationen über die Aufgaben und Untersuchungen der Marktwächter. Besucher können eigene Probleme und Erfahrungen über ein Beschwerdeformular mitteilen und auf mögliche Fehlentwicklungen hinweisen, denen nachgegangen werden soll. „Für die Marktwächterarbeit brauchen wir die Hilfe der Verbraucher. Diese schildern uns bereits in Beratungsgesprächen häufig ähnliche Fälle und Probleme. Wir wollen möglichst viele Verbrauchererfahrungen sammeln, miteinander vergleichen und auswerten. So können wir mit den Marktwächtern systematische Fehlentwicklungen schneller sichtbar machen“, erläuterte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands.

 

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Artikel veröffentlicht am:
19.01.2016
Autor/in 
Redaktion die bank
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