Key Audit Matters (KAMs)
Analyse neuer Bestätigungsvermerke bei Kreditinstituten
 

Die EU-Abschlussprüfungsreform führt zu deutlichen Änderungen in der Berichterstattung des Abschlussprüfers bei Unternehmen von öffentlichem Interesse. Die Neuerungen beziehen sich u. a. auf den Bestätigungsvermerk und sollen zu einer besseren Verständlichkeit von Art und Umfang der Abschlussprüfung beitragen. Nachfolgend werden die Erkenntnisse aus der Erstanwendung der neuen IDW-Prüfungsstandards insbesondere in Bezug auf die KAMs bei Kreditinstituten zusammengetragen.

In Deutschland muss der Abschlussprüfer von CRR-Kreditinstituten im Rahmen der Berichterstattung im Bestätigungsvermerk die neuen Anforderungen der EU-Abschlussprüferverordnung (Verordnung (EU) Nr. 537/2014) (EU-APrVO) und der überarbeiteten Prüfungsstandards IDW PS 400 n.F., IDW PS 401, IDW PS 405 und IDW PS 406 des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V. (IDW) beachten. Relevant sind diese Anforderungen für Unternehmen von öffentlichem Interesse (Public Interest Entities, PIEs). Sie gelten erstmalig für Berichtszeiträume, die nach dem 16. Juni 2016 beginnen. 

Durch die neuen Anforderungen wird der Bestätigungsvermerk neu strukturiert und viel detaillierter als zuvor. Durch die Aufnahme von besonders wichtigen Prüfungssachverhalten (Key Audit Matters, KAMs) soll eine unternehmensspezifischere Berichterstattung erfolgen.

Aufgrund der Definition eines PIEs sind neben allen Abschlussprüfungen kapitalmarktorientierter Unternehmen i.S.d. § 264d HGB insbesondere auch Abschlussprüfungen bei CRR-Kreditinstituten i.S.d. § 1 Abs. 3d S. 1 des Kreditwesengesetzes (im Folgenden vereinfachend Kreditinstitute) von den neuen Anforderungen betroffen. Kreditinstitute sind in den bisherigen Auswertungen in Deutschland allerdings bisher unterrepräsentiert.2  

Ziel dieses Beitrags ist es, für die von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Significant Supervised Entities klassifizierten Unternehmen (im Folgenden SSE) auf Praxiserfahrungen aus der Erstanwendung der neuen Anforderungen für den Bestätigungsvermerk bei Kreditinstituten einzugehen.

Herausforderungen bei der Umsetzung der neuen Anforderungen

Sofern ein Kreditinstitut als PIE zu klassifizieren ist, folgt hieraus eine Vielzahl an neuen Anforderungen aus der EU-APrVO für die Abschlussprüfung (u. a. die externen Rotationspflichten, erweiterte Berichterstattungspflichten, verbotene Nichtprüfungsleistungen u. v. a.). 

Das zentrale Kriterium für die PIE-Eigenschaft ist, ob es sich um ein CRR-Kreditinstitut i.S.d. § 1 Abs. 3d S. 1 des Kreditwesengesetzes KWG handelt, d. h. um ein Kreditinstitut, das Einlagen annimmt und Kredite gewährt. Ausgenommen sind die Deutsche Bundesbank, die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und alle Finanzdienstleistungsinstitute. Damit sind annähernd alle deutschen Kreditinstitute betroffen. 

(...)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift "die Bank" 02/2019. Die Ausgabe kann im Abo oder einzeln bezogen werden. Zusätzlich kann auch dieser Artikel einzeln bezogen werden.
 Diese Ausgabe kaufen
 Den vollständigen Artikel jetzt online kaufen
Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
26.03.2019
Erschienen in Ausgabe:
02/2019
 Diese Ausgabe kaufen
 Diesen Artikel kaufen
Quelle(n):

Bildquelle: ©Ivan-balvan | istockphoto.com

Autor/in 
Aziz Abbou, Inga Bernhardt, Sebastian Koch
WP Aziz Abbou ist Senior Manager im Bereich Financial Services bei der PricewaterhouseCoopers (PwC) GmbH WPG in Frankfurt am Main. Er verfügt über langjährige Erfahrungen in der Leitung von Prüfungsmandaten bei Kreditinstituten. Darüber hinaus verantwortet er bei PwC deutschlandweit das Prüfungsvorgehen im Bereich Financial Services.

WP Inga Bernhardt arbeitet im gleichen Unternehmen als Managerin im Bereich Audit Consultation Services und berät deutschlandweit Kollegen bezüglich Fragestellungen zum Prüfungsvorgehen sowie der Berichterstattung bei Abschlussprüfungen und sonstigen Prüfungsaufträgen. 

Dr. Sebastian Koch ist Senior Associate im Bereich Audit Consultation Services bei PwC und berät in ganz Deutschland Kollegen bezüglich Fragestellungen zum Prüfungsvorgehen und der Berichterstattung bei Abschlussprüfungen und sonstigen Prüfungsaufträgen. 
Weitere Artikel 
Artikel abonnieren 
die bank | Newsfeed
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv