Kritik am Verordnungsentwurf
AnaCredit soll verschoben werden

Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hat in einer aktuellen Stellungnahme den Verordnungsentwurf der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Kreditregister AnaCredit kritisiert. Nach Ansicht der DK schießt die Aufsicht mit der derzeit geplanten Ausgestaltung von AnaCredit weit über das Ziel hinaus. Allerdings sei zu begrüßen, dass die EZB das AnaCredit-Projekt entzerrt habe und nunmehr ausschließlich die erste Phase der Einführung zur Diskussion stehe. Für jede später folgende Phase sollten zwischen Verabschiedung durch den EZB-Rat und Inkrafttreten mindestens zwei Jahre liegen, sodass den Instituten ein ausreichender Implementierungszeitraum bleibe. Dieser Grundsatz sollte auch für die erste Phase gelten, hieß es. Gerade für die erstmalige Implementierung sei ein ausreichender und angemessener zeitlicher Vorlauf für die Institute und Rechenzentren notwendig. Es sei daher notwendig den ersten Meldetermin zu verschieben. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Meldekriterien bislang nicht eindeutig definiert seien und sehr unterschiedlich interpretiert würden. Die Deutsche Kreditwirtschaft begrüßt, dass die EZB einen endgültigen Beschluss über die erste Stufe von AnaCredit erst fassen möchte, nachdem der EZB-Rat über die Ergebnisse einer entsprechenden Kosten-Nutzen-Analyseunterrichtet wurde. Die Schätzungen der von der DK vertretenen Institute und Rechenzentren für die Implementierungskosten von AnaCredit bewegen sich selbst bei kleinen und mittelgroßen Häusern im Millionenbereich und reichen bei großen Banken und Sparkassen bis zu mittleren zweistelligen Millionenbeträgen. Die von der EZB geplanten Rückmeldungen zur Gesamtverschuldung von Kreditnehmern werden von der DK unterstützt. Damit könnten, so die DK, auch die meldepflichtigen Institute Nutzen aus den erhobenen Daten ziehen. Wünschenswert sei ein europaweit standardisiertes Verfahren. Die von der EZB vorgesehene Möglichkeit kleinerer Institute entsprechend dem Proportionalitätsprinzip zu entlasten, sollte nach Ansicht der DK in Deutschland umgesetzt werden. Dabei sollten europaweiten Meldeerleichterungen für alle Institute mit einer Bilanzsumme von unter drei Milliarden Euro gewährt werden. Auf diese Weise könne ein Gleichschritt mit den Schwellenwerten in den Regelungen zur Beitragserhebung zum einheitlichen europäischen Abwicklungsfonds (SRF) und im FINREP-Meldewesen erreicht werden.

 

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Artikel veröffentlicht am:
02.02.2016
Autor/in 
Redaktion die bank
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