Commerzbank stellt Einigung zum Stellenabbau vor
Alternativen vor der Kündigung

Die Commerzbank hat sich mit den Betriebsräten auf einen Interessenausgleich und einen Rahmensozialplan geeinigt. Damit ist die Grundlage für einen umfangreichen Stellenabbau geschaffen, der bis zum Jahr 2020 rund 7.000 Mitarbeiter betreffen wird.

Der Stellenabbau war bereits im Herbst 2016 als Teil der Strategie "Commerzbank 4.0" angekündigt worden. Die Bank will ihre Profitabilität bis Ende 2020 nachhaltig erhöhen, sich konsequent auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren und 80 Prozent der relevanten Prozesse digitalisieren. Damit einher geht aber auch ein signifikanter Stellenabbau: Für 2020 plant die Bank mit einem Stammpersonal von rund 36.000 Vollzeitstellen, Ende 2015 waren es noch 43.000. Die Streichungen sollen möglichst sozialverträglich vonstattengehen, teilte die Bank mit.

Betriebsbedingte Kündigungen sind nur als letztes Mittel der personalwirtschaftlichen Umsetzung möglich. Davor müssen zahlreiche andere Möglichkeiten des im Rahmeninteressenausgleich festgeschriebenen Maßnahmenpakets ausgeschöpft sein. Zum Ausgleich oder zur Milderung wirtschaftlicher Nachteile für die betroffenen Mitarbeiter haben beide Seiten den Rahmensozialplan vereinbart.
Bereits im Frühjahr 2017 hatten sich die Verhandlungspartner auf ein vorgelagertes Altersteilzeitprogramm verständigt. Nun sind die weiteren Maßnahmen festgelegt. Dazu zählen Altersregelungen wie Vorruhestand und das Abfindungsprogramm "56plus", Aufhebungsverträge mit Abfindungen sowie freiwillige individuelle Arbeitszeitreduzierungen. Außerdem sind im Zuge des Umbaus umfassende Versetzungsketten geplant. Um die Folgen für die betroffenen Mitarbeiter zu mildern, sind Gehaltssicherungen, Zuschüsse für Pendler, Qualifizierungsmöglichkeiten und Hilfen bei der Vermittlung neuer Stellen vorgesehen. Die Details des Stellenabbaus in den einzelnen Konzernbereichen werden auf Basis der Vereinbarungen in den kommenden Monaten beraten und in Teilinteressenausgleichen geregelt. Ziel ist es, die Verhandlungen bis Ende dieses Jahres abzuschließen.
Bettina Orlopp, Generalbevollmächtigte für Compliance, Personal und Recht, nannte den Stellenabbau „für die Bank und die Betroffenen schmerzhaft“. Er sei jedoch notwendig, um die Bank zukunftsfähig zu machen und die Strategie 4.0 umzusetzen. Uwe Tschäge, Vorsitzender des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, nannte als Ziel, „betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, die Härten des Stellenabbaus abzufedern sowie den verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch in Zukunft zumutbare und gute Arbeitsplätze zu sichern.“ Mit den getroffenen Vereinbarungen sei man auf einem guten Weg.

Auch im Zug der Konzentration und Digitalisierung will die Commerzbank in der Fläche präsent bleiben und hält an ihrem bundesweit dichten Filialnetz im Privat- und Firmenkundengeschäft fest. Für den Stellenabbau wird die Bank im zweiten Quartal 2017 rund 810 Mio. € an Restrukturierungsaufwendungen für den Stellenabbau buchen. Bislang waren für die Jahre 2017 und 2018 Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von jeweils 550 Mio. € prognostiziert. Gründe für die niedrigere Belastung sind der bereits erreichte Stellenabbau, Mitarbeiterfluktuation und voraussichtlich effizientere Wechsel- und Versetzungsketten.

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Artikel veröffentlicht am:
13.07.2017
Quelle(n):

Foto: Commerzbank AG

Autor/in 
Redaktion die bank
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