Wertpapierhandel
Abwärtswettlauf der Handelsabteilungen von deutschen Banken
 

In der deutschen Bankenlandschaft zeichnet sich seit geraumer Zeit ein klarer Trend zur Verschlankung der Handelsaktivität ab. Ein Blick über den Atlantik zeigt jedoch, dass dies keineswegs ein universeller Trend im Banking ist. Wird der Handel in Deutschland zu Unrecht totgeschrumpft?

Der Wertpapierhandel galt lange Zeit als das Rückgrat der Wertschöpfungskette von Universalbanken. Die Fähigkeit, relevante Finanzinstrumente zu bepreisen, und die Bereitschaft, Liquidität im Markt anzubieten, stellten hierbei kundenbeziehungsstärkende Kompetenzen dar.

In der deutschen Bankenlandschaft zeichnet sich seit geraumer Zeit jedoch ein Trend zur Verschlankung der Handelsaktivität ab. Man könnte zunächst vermuten, dies sei auf eine generelle Konsolidierung in der Bankenlandschaft zurückzuführen, die wiederum eine Reaktion auf eine Vielzahl von ungünstigen Rahmenbedingungen ist, z. B. schärfere regulatorische Anforderungen, Konkurrenz durch FinTechs und Auslandsbanken oder veränderte Kundenbedürfnisse.

Jedoch sinkt die durchschnittliche Handelsaktivität keineswegs nur proportional mit der Bilanzsumme, sondern stellt auch noch einen immer kleineren Teil der sinkenden Bilanzsumme dar.

Daher ist die Frage berechtigt, warum deutsche Banken ihre Handelsabteilungen totschrumpfen.

Race to the bottom

Ein Blick auf eine repräsentative Gruppe von fünf großen deutschen Geldinstituten (Deutsche Bank, Commerzbank, DZ Bank, LBBW und BayernLB) illustriert die Schrumpfkur im Handel. Während vor sechs Jahren noch alle ausgewählten Geldinstitute in ihrer Bilanz Handelsaktiva von über 10 Prozent der Bilanzsumme auswiesen, ist es derzeit nur noch die Deutsche Bank, die sich eine Handelsabteilung in dieser Größenkategorie leistet.

Dass diese Entwicklung keineswegs einen universellen Trend im Banking darstellt, zeigt ein Blick über den Atlantik: US-amerikanische Banken vollziehen einen Abbau ihrer Handelskapazitäten in dieser Form nicht, wie die Zahlen von JPMorgan und Citigroup zeigen.

Wie lässt sich der im Hinblick auf die Handelsaktivitäten so offensichtliche Unterschied in den Geschäftsmodellen deutscher und US-amerikanischer Banken erklären?

Kann denn Handel Sünde sein?

Es ist unstrittig, dass Handelsabteilungen im Idealfall eine willkommene Quelle hoher Profitabilität sind. Unter weniger günstigen Bedingungen können sie aber auch ein mitverantwortlicher Faktor für niedrige Rentabilität sein.

(...)

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
30.07.2019
Erschienen in Ausgabe:
06/2019
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Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/ti-ja

Autor/in 
Fidelio Tata
ist Professor für Finanzwirtschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin.
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