Nicht zu sehr standardisieren
Sowohl in der EU als auch in den US A wird derzeit darüber diskutiert, wie die Derivatemärkte transparenter und krisenfester gestaltet werden können. Das Freiburger Centrum für Europäische Politik hat die Brüsseler Pläne dazu analysiert und kommt zu dem Schluss, dass die EU-Kommission davon absehen sollte, die freie Nutzung von Derivaten durch einen De-facto-Zwang zur Standardisierung über Gebühr einzuschränken.
Dies sei für das Risikomanagement kontraproduktiv. Für die Absicherung spezifischer Risiken seien vielmehr maßgeschneiderte Derivate notwendig. Sowohl Finanzinstitute als auch sonstige Unternehmen müssen weiterhin nichtstandardisierte Derivate nutzen, weil nur diese ihre unternehmensspezifischen Risiken korrekt absichern. Sie seien oft weder besonders riskant noch spekulativ, sondern dienten nur der Absicherung von Risiken realer Geschäftsvorgänge. Darüber hinaus können Standardderivate für Unternehmen auch unnötig teuer sein: Weil sie die Risiken nicht passgenau abbildeten, fänden die buchhaltungstechnischen Vorteile des so genannten Hedge-Accounting auf sie keine Anwendung. Die Kommission sollte daher nicht auf übertriebene und kontraproduktive Standardisierung drängen und die in Aussicht gestellten Ausnahmen für Nichtfinanzinstitute ausreichend gestalten.

