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Benchmark misst Gewinn statt Zins

Neuer islamischer Interbankensatz

Für islamkonforme Finanzprodukte gibt es neuerdings eine Benchmark, die selbst die Grundprinzipien der Scharia - und dabei hauptsächlich das Verbot von Zinsen - berücksichtigt. In Kooperation mit 16 islamischen Banken bzw. den Islamic-Finance-Abteilungen konventioneller Institute veröffentlicht Thomson Reuters börsentäglich um elf Uhr Mekka-Zeit einen islamischen Interbankensatz (Islamic Interbank Benchmark Rate, IIBR).

Jeweils eine Viertelstunde vorher haben die beteiligten Banken ihre Sätze für schariakonforme Ausleihungen in US-Dollar an den Informationsdienstleister übermittelt, der das Fixing des Satzes übernimmt. Zwar ist die Berechnungsmethode der IIBR der des Libor beispielsweise sehr ähnlich - grundsätzlicher Unterschied jedoch: Die neue Benchmark misst keine Zinsen, sondern Gewinne, da die Geschäftsmodelle der Datenlieferanten diesem Prinzip entsprechen. Der neue Referenzindikator kann als Basis für die Preisfindung von staatlichen Finanzierungsinstrumenten in Form von Tagesgeld, für Privatkundenfinanzierungen von Grundstücken oder Autos sowie im Bereich Corporate Finance dienen. Den Bedarf für eine solche Kennzahl gab es seit der Gründung der ersten islamischen Geschäftsbank 1975, seit zwölf Jahren wurde die Unabhängigkeit von konventionellen Benchmarks verstärkt vorangetrieben.

Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe 02/2012
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