Immer weniger Depots
Es gibt immer weniger Wertpapier-Kundendepots in Deutschland. Bezifferte die Bundesbank ihre Zahl für Ende 2006 noch mit gut 30,1 Mio, so waren es drei Jahre später 28,3 Mio und zum Jahresende 2010 sogar nur noch knapp 27,3 Mio Depots. Das bedeutet einen Rückgang von rund 10 % in vier Jahren. | Bernd Sprenger
Das von der deutschen Kreditwirtschaft verwaltete Wertpapiervermögen hat sich in der Summe in den vergangenen drei Jahren dagegen kaum verändert. Die Bundesbank bezifferte es für 2007 mit 2,05 Bio € und für Ende 2010 mit 2,08 Bio €. Dabei sind allerdings nur inländische Deponenten erfasst.
Mit annähernd 39 % betreuen Kreditbanken, Realkreditinstitute und Banken mit Sonderaufgaben inzwischen zwei von fünf Wertpapier-Kundendepots. Insgesamt entfielen auf diese Institutsgruppe, vornehmlich private Banken, Ende 2010 gut 10,5 Mio Depots. Ein Jahr zuvor waren es knapp 10,3 Mio. Das heißt: Es ist ein kleiner Zuwachs zu verzeichnen. Bei allen anderen Institutsgruppen nahm die Zahl der Depots im vergangenen Jahr dagegen deutlich ab.
Gemessen an den Beständen besitzen die privaten Banken eine noch deutlichere Führungsrolle. So betreut die Gruppe der Kreditbanken, Realkreditinstitute und Banken mit Sonderaufgaben 62 % bzw. knapp 1,3 Bio € des von der Bundesbank erfassten Kunden-Wertpapiervermögens. Bei Aktienanlagen sind es 65 %, bei Investmentfondsanteilen sogar 69 % (GRAFIK 1). Sparkassen und Landesbanken folgen an zweiter Stelle mit gut 21 % des Depotvermögens. Die Kreditgenossenschaften einschließlich ihrer Zentralbanken kommen auf annähernd 8 %, die Kapitalanlagegesellschaften auf knapp 5 %. Bundesbank und Finanzagentur verwalten nur gut 4 % der Wertpapierbestände.
Von den erfassten gut 2 Bio € Wertpapiervermögen inländischer Deponenten entfällt mit 808 Mrd € der größte Teil auf die privaten Haushalte (GRAFIK 2). Es folgen die Versicherungsgesellschaften mit
625 Mrd €. Organisationen ohne Erwerbszweck verfügen über immerhin 82 Mrd € Wertpapiervermögen, der Staat sogar über 135 Mrd €. Die Wertpapierbestände ausländischer Deponenten können nach Angaben der Bundesbank „aufgrund einer noch unzureichenden Datenqualität“ nicht aufgeführt werden.

