Es bleibt noch viel zu tun
Das Image der Banken in Deutschland hat durch die Finanzmarktkrise erheblich Schaden genommen. Während das Vertrauen der Deutschen in ihre eigene Hausbank relativ stabil geblieben ist, hat das gesellschaftliche Ansehen der Kreditwirtschaft insgesamt doch stark gelitten. Die Nachwirkungen halten an, haben sich zuletzt aber deutlich entschärft.
Ende April gaben fast vier von zehn Deutschen an, ihr Vertrauen gegenüber den Banken habe infolge der Krise stark gelitten GRAFIK 1. In Anbetracht mancher grober Fehler, die auch von deutschen Kreditinstituten zu verantworten sind, verwundert dies nicht. Das Vertrauen der Deutschen wiederzugewinnen, erfordert seitens der Banken einen langen Atem. Gleichwohl sind angesichts der bislang unternommenen Anstrengungen und der aus der Krise gezogenen Lehren auf diesem Feld beachtliche Fortschritte festzustellen. Immerhin lag der Anteil der Bürger, die sich von den Banken enttäuscht zeigten, im März vergangenen Jahres mit 54 % noch wesentlich höher. Für eine Branche, die wie kaum eine andere vom Vertrauen ihrer Kunden lebt, bleibt der zuletzt gemessene Wert aber noch immer ein unbefriedigender Befund (GRAFIK 1).
Vertrauen in die Hausbank
Allerdings zeigt sich im Vertrauensverhältnis der Kunden gegenüber ihrer eigenen Bank ein deutlich freundlicheres Stimmungsbild. Das persönliche Vertrauensverhältnis der Kunden zu ihrer eigenen Bank war von Beginn der Krise an zwar auch, aber weitaus weniger in Mitleidenschaft gezogen. Nur jeder Zehnte gab und gibt hier an, das Vertrauen in seine Hausbank sei „stark“ beeinträchtigt worden, rund ein Drittel meint „nicht so stark“ und mehr als die Hälfte „überhaupt nicht“( GRAFIK 2).
Dort, wo die Kunden Tag für Tag eigene und konkrete Erfahrungen mit Banken machen, zeigt sich das Vertrauensverhältnis erheblich stabiler, als wenn von Kreditinstituten auf einer nur allgemeinen, abstrakten Ebene gesprochen wird. So ist auch die Zufriedenheit der Kunden mit der Anlageberatung der eigenen Bank höher als die oft auf Einzelfälle bezogene Berichterstattung in den Medien dies vermuten ließe. Richtig ist, dass die Kunden vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise in Sachen Geldanlage kritischer geworden sind und sich dies auch in einer leicht rückläufigen Zufriedenheit mit ihrer Bank oder Sparkasse ausdrückt. Gleichwohl sind weiterhin acht von zehn Kunden, die den Rat ihrer Bank suchen, mit deren Anlageberatung zufrieden.
Diese Ergebnisse sind für Banken gewiss kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, ganz im Gegenteil: Es bleibt noch viel zu tun. Um bestehenden Vorbehalten in der Gesellschaft und bei den eigenen Kunden zu begegnen, müssen vor allem Transparenz und Verständlichkeit der Finanzprodukte weiter verbessert werden. Und die Banken müssen noch deutlicher als bisher vermitteln, dass sie aus Fehlern gelernt haben. Dies scheint bislang noch nicht in ausreichendem Maße gelungen. Denn nur rund die Hälfte der Deutschen meint, dass die Banken mit ihren Finanzgeschäften inzwischen vorsichtiger agierten als vor Ausbruch der Krise. Von sich selbst sagen immerhin 60 % der Befragten, dass sie bei ihrer Geldanlage nun vorsichtiger geworden seien.

