Umfragen des Bankenverbandes Online Banking: Viele Wege führen zur Bank
Online Banking ist weiter auf dem Vormarsch. Gleichwohl bleibt auch die persönliche Beratung in der Filiale für die große Mehrheit der Bankkunden von zentraler Bedeutung. Die Verbraucher wollen offenbar die Vorteile der Kontoführung im Internet und der persönlichen Beratung in der Bankfiliale miteinander kombinieren. Ergebnisse einer repräsentativen Meinungsumfrage.
Inzwischen greifen 55 % der Internetnutzer und damit rund 22 Mio Deutsche online auf ihr Bankkonto zu. Gemessen an der Gesamtbevölkerung stieg der Anteil der Online-Bankkunden seit 2002 von 23 auf 36 %. Das ergab eine jüngst vom Mannheimer ipos-Institut im Auftrag des Bankenverbandes erhobene Umfrage.
Der positive Trend zeigt sich auch bei der Intensität der Online-Banking-Nutzung. Der Umfrage zufolge führen bereits 62 % der Online-Bankkunden mehrmals in der Woche (48 %) oder sogar mehrmals täglich (14 %) Online-Aufträge wie Kontostandsabfragen oder Überweisungen durch.
Die Filiale bleibt wichtig
Trotz der zunehmenden Beliebtheit des Online Banking steht die Bankfiliale als Ort der persönlichen Beratung auch weiterhin beim Kunden hoch im Kurs: Für acht von zehn Deutschen ist die persönliche Beratung in der Bank wichtig (39 %) oder sogar sehr wichtig (42 %). Entsprechend häufig besuchen die Deutschen nach wie vor die Filiale ihrer Bank. 32 % der Kunden tun das mindestens einmal pro Woche, weitere 41 % mindestens einmal pro Monat.
Die hohe Wertschätzung des persönlichen Kontakts in der Bankfiliale wird dabei weitgehend auch von jenen geteilt, die zumindest ihre Standardbankgeschäfte bereits online abwickeln. Mit 73 % geben fast drei Viertel der "Online Banker" an, dass auch für sie die persönliche Beratung in ihrer Bank wichtig (39 %) oder sehr wichtig (34 %) sei.
Zunehmender Zuspruch zum Online Banking
Wie die Internet-Nutzung selbst variiert auch die Nutzung des Online Banking noch immer stark nach dem Alter. Während von allen Deutschen über 60 Jahre lediglich 9 % Online Banking betreiben, wickeln von den 25- bis 40-Jährigen mit 55 % bereits mehr als die Hälfte der Befragten ihre Bankgeschäfte auf diesem Weg ab. Dabei finden sich unter den Männern häufiger "Online Banker" (44 %) als unter den Frauen (29 %). Allerdings haben die jüngeren Frauen in den letzten Jahren erheblich aufgeholt: Bei den bis 34-Jährigen steht einem Anteil von 59 % männlicher Online-Banking-Nutzer mit inzwischen 55 % bei den Frauen ein fast ebenso großer Anteil gegenüber.
Der Zuspruch zum Online Banking wird auch in Zukunft noch zunehmen. Zwar hat sich die Wachstumsdynamik in den letzten Jahren erkennbar abgeschwächt, doch aktuell bekunden rund 6 % der Befragten, die noch kein Online Banking betreiben, ihre Absicht dies künftig zu tun.
Die Sicherheitsfrage
Entscheidend für die weitere Verbreitung ist zudem die Sicherheitsfrage. Viele potenzielle Online-Banking-Kunden haben offenbar noch Befürchtungen, dass Online Banking nicht wirklich sicher sei. So hält etwa ein Drittel der Deutschen Online Banking für "nicht so sicher", etwas weniger als ein Fünftel für "überhaupt nicht sicher". Vier von zehn Deutschen sind hingegen von der Sicherheit des Verfahrens überzeugt. Von jenen, die Online Banking selbst nutzen, sind es sogar 83 %.
Der weitere Zuwachs beim Online Banking wird demnach vor allem davon abhängen, inwieweit es gelingt, auch jene, die heute noch nicht Online Banking betreiben, von der Sicherheit des Verfahrens zu überzeugen. Die Banken nehmen jedenfalls die Sorgen der Kunden sehr ernst und entwickeln die schon heute hohen Sicherheitsstandards fortlaufend weiter. Wenn die Nutzer wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachten, gibt es daher keinen Grund, die Sicherheit des Online Banking in Frage zu stellen.

