Bei den drei Frankfurter Großbanken ist die Zahl der Auslandsmitarbeiter im vergangenen Jahr insgesamt deutlich gestiegen. Sie erhöhte sich um rund 8.400 auf 65.400. Im Durchschnitt arbeiteten Ende 2007 vier von zehn Mitarbeitern dieser Finanzkonzerne im Ausland.
Die Internationalisierung des Bankgeschäfts lässt sich nicht zuletzt an der Entwicklung der Mitarbeiterstruktur der führenden deutschen Kreditinstitute ablesen. So ist die Zahl der Auslandsmitarbeiter der drei Frankfurter Großbanken zwischen 1990 und 2000 von rund 17.800 auf 64.300 hochgeschnellt. Zwar erfasst der bis zum Jahr 2005 zu beobachtende Personalabbau auch ausländische Standorte, doch 2007 erhöhte sich die Zahl der Auslandsmitarbeiter wieder deutlich um 15 % auf 65.400.
Im Durchschnitt der drei Großbanken arbeiteten Ende 2007 rund 45 % der Mitarbeiter im Ausland. Anfang der neunziger Jahre waren es erst 13 %. Die Quote hat sich mithin mehr als verdreifacht.
Global Player
Die Deutsche Bank gehört zu den globalsten Konzernen der internationalen Finanzbranche. Die ausgeprägte weltweite Positionierung kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Kreis der internationalen Mitarbeiter im Konzern im vergangenen Jahr um 8.064 auf 50.512 ausgeweitet wurde. Damit hat die Auslandsquote mittlerweile einen Stand von rund 65 % erreicht. Das heißt: Sechs von zehn Bankern sind beim führenden deutschen Finanzinstitut im Ausland tätig.
Die geschäftlichen Aktivitäten erstrecken sich auf über 70 Länder. Die regionale Aufschlüsselung verdeutlicht, dass das Schwergewicht in Europa liegt. Hier sind rund 43 % der Auslandsmitarbeiter beschäftigt. Ihren Status als Global Player unterstreicht die Deutsche Bank insbesondere aber durch die starke Präsenz auf dem amerikanischen Kontinent, wo 27 % der Auslandsbanker tätig sind. Auf die Wachstumsregion Asien/Pazifik wiederum entfallen 30 % der internationalen Arbeitsplätze. Speziell in Asien will die Bank ihre Aktivitäten weiter ausbauen, nachdem bereits im vergangenen Jahr über 40 % der konzernweiten Neueinstellungen in dieser Region erfolgten.
Konzentration auf Europa
Bei der Dresdner Bank hatte die Geschäftsstrategie der Konzentration auf Deutschland und Europa zur Folge, dass die Präsenz im außereuropäischen Ausland in den vergangenen Jahren reduziert wurde. Ende 2007 war aber immerhin noch jeder fünfte der 31.198 Konzernmitarbeiter im Ausland tätig. Hinsichtlich des weltweiten Mitarbeitereinsatzes ragt die Investment-Banking-Sparte Dresdner Kleinwort Wasserstein heraus.
Die Commerzbank wiederum konzentriert sich im Rahmen ihrer internationalen Ausrichtung auf die Wachstumsregionen Europas sowie bestimmte Märkte Nordamerikas und Asiens. Im Konzern hat sich der Anteil der Auslandsmitarbeiter seit dem Jahr 2000 von 19 auf 25 % erhöht. Jeder vierte der insgesamt 36.767 Mitarbeiter ist mithin im Ausland beschäftigt.
Besonderes Augenmerk gilt aktuell den Märkten Mittel- und Osteuropas (MOE). Nach dem mehrheitlichen Erwerb der ukrainischen Bank Forum ordnet die Commerzbank ihr MOE-Geschäft neu. Bisher organisatorisch in der Mittelstandsbank verankert, sind die Aktivitäten aller Tochtergesellschaften und Filialen der Region künftig in einer separaten Osteuropa-Holding zusammengefasst. Im vergangenen Jahr trug die Region bereits 11 % zum operativen Ergebnis des Commerzbank-Konzerns bei. Mittelfristig soll dieser Anteil auf 15 bis 20 % steigen.
