Fast 4,6 Billionen Euro Geldvermögen: Ersparnisse auf neuem Rekordniveau
Nie zuvor in der Geschichte waren die Deutschen so wohlhabend. Auf 4.564 Mrd € stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte zum Jahresende 2007. Zehn Jahre zuvor waren es erst 2.962 Mrd €. Dabei scheuen die Bundesbürger nach wie vor die Aktienanlage, obwohl diese langfristig die höchsten Renditechancen bietet.
Die Deutschen lassen sich das Sparen nicht vermiesen, auch wenn nach Abzug von Inflation und Steuern von den eingenommenen Zinsen real nichts mehr übrig bleibt. So stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte (einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbscharakter) in den vergangenen zehn Jahren um immerhin 54 % .
Die Geldanlage bei Banken - sie umfasst neben Spareinlagen, Sparbriefen und Termingeldern auch Bargeld und Sichteinlagen - erreichte Ende 2007 einen Betrag von 1.621 Mrd €. Das sind immerhin 35,5 % des Geldvermögens. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei rund 41 %.
Altersvorsorge gewinnt an Gewicht
Zunehmende Bedeutung kommt der privaten Altersvorsorge zu. Gut 26 % ihres Geldvermögens haben die Bundesbürger in Versicherungen angelegt. Rund 1,2 Bio € betragen die Anlagen bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds, berufsständischen Versorgungswerken und Zusatzversorgungseinrichtungen usw. Ende 1997 waren es erst 684 Mrd € bzw. 23 %. Rechnet man Pensionsrückstellungen im Wert von 262 Mrd € hinzu, so ist inzwischen bereits ein Drittel des Geldvermögens der privaten Haushalte auf die Altersvorsorge bezogen. Hinzu kommt, dass ein nicht unerheblicher Teil des übrigen Geldvermögens ebenfalls als finanzielle Vorsorge fürs Alter gedacht sein dürfte.
Das Aktienvermögen der privaten Haushalte stieg in den vergangenen zehn Jahren um etwa ein Drittel auf 393 Mrd €. Das entspricht 8,6 % des gesamten Geldvermögens. 1997 lag der Anteil noch bei 10 %. Hier manifestiert sich die Risikoaversion vieler Bundesbürger. Dabei zeigt die geschichtliche Entwicklung, dass eine breit gestreute, ausgewogene Aktienanlage trotz wiederholter Kursrückschläge und starker Kursschwankungen auf lange Sicht die höchsten Renditemöglichkeiten bietet. Als Sachwerte haben sich Aktien zudem als Schutz vor schleichender Geldentwertung und Inflation bewährt.
Hohes Wachstum verzeichnete von 1997 bis 2007 das Sparen mit Investmentfonds. Die Bestände in dieser Anlageklasse haben die Deutschen in den vergangenen zehn Jahren von 244 Mrd auf 545 Mrd € mehr als verdoppelt. Der Anteil der Investmentfonds am Geldvermögen erhöhte sich gleichzeitig von gut 8 % auf rund 12 %.
Vom gesamten Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland entfiel im statistischen Durchschnitt auf jeden Einwohner Ende 2007 ein Betrag von etwa 55.500 € . Allein etwa 19.700 € machten die Bestände an Bargeld, Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie anderen Geldanlagen bei Banken aus. Ansprüche aus Lebensversicherungen, an Pensionskassen und Pensionsfonds usw. summierten sich im Durchschnitt auf etwa 14.600 € pro Person. Auf Aktien kamen Ende 2007 gerade einmal etwa 4.800 €, auf Investmentfonds immerhin etwa 6.600 €. Diese Zahlen geben freilich keine Auskunft über die recht ungleichmäßige Verteilung des Geldvermögens in der Bevölkerung.
Geldvermögen übersteigt Verschuldung deutlich
Ein Blick auf die Verschuldung soll nicht fehlen, um die Vermögensbilanz zu vervollständigen. Zieht man vom Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland die Schulden ab - nach Angaben der Deutschen Bundesbank betrugen Ende 2007 Kredite und sonstigen Verbindlichkeiten 1.547 Mrd € - so bleibt unter dem Strich ein beachtliches Nettogeldvermögen von gut 3 Bio €. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der überwiegende Teil der Kredite für den Wohnungsbau aufgenommen wurde. Diesen Krediten stehen dementsprechend Immobilienwerte gegenüber, die bei einer Betrachtung des Gesamtvermögens der Bundesbürger zu berücksichtigen sind.
Bei der Kreditaufnahme zeigten sich die Deutschen in den vergangenen zehn Jahren übrigens zurückhaltender als bei der Bildung von Geldvermögen: Während das Geldvermögen der privaten Haushalte 1997 bis 2007 um 1,6 Bio € oder 54 % zunahm, stieg die Verschuldung nur um 252 Mrd € bzw. knapp 20 %.

