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Deutsche Börse: Dividendenrekord bei Dax-Aktien

Die Dividenden-Saison 2008 verlief für die Aktionäre der weitaus meisten führenden deutschen Aktiengesellschaften überaus erfreulich. Für das Geschäftsjahr 2007 schütteten die Dax-30-Unternehmen insgesamt den Rekordbetrag von 28,1 Mrd € aus. Doch es gab auch Schattenseiten: Zahlreiche kleinere Gesellschaften zahlten keine Dividenden.

In die aktuelle Dividendenanalyse für das Geschäftsjahr 2007 wurden insgesamt 1.076 Gesellschaften (Vorjahr 1.023) einbezogen. Die durchschnittliche Gewinnausschüttung je Aktie im Nennwert von 1 € stieg auf 0,58 € (0,52 €) an. Dieser Zuwachs ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen.

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Bei dem Vergleich der Geschäftsjahre 2006 und 2007 ist zu berücksichtigen, dass im Dax Altana durch den Pharmawert Merck ersetzt wurde. Von den Dax-Gesellschaften erhöhten 23 die Gewinnausschüttung, zwei Gesellschaften ließen die Dividendenzahlung unverändert (Deutsche Telekom, Deutsche Post und Deutsche Postbank), während zwei Gesellschaften eine Kürzung vornahmen. Eine Dax-Gesellschaft (Infinion) blieb ohne Dividendenzahlung. Von der Dividendensumme aller 1.076 erfassten Unternehmen betrafen allein 63 % die Dax-Gesellschaften, 22 % die übrigen Werte des Dax-Bereichs (MDax, SDax, TecDax) und 15 % den Prime Standard sowie den übrigen regulierten Markt.

Zahlreiche dividendenlose Aktiengesellschaften

Seit Jahren ist die Gewinnausschüttung je Aktie von einer gegenläufigen Entwicklung gekennzeichnet. Auf der einen Seite erhöhte sich die durchschnittliche Dividendenzahlung je Aktie, und auf der anderen Seite nahm die Zahl der dividendenlosen Gesellschaften deutlich zu. Das Verhältnis zwischen Dividendenzahlern und den Gesellschaften ohne Gewinnausschüttung hat sich umgekehrt. Bezogen auf 1970 verteilten von den 550 erfassten Gesellschaften 419 (76 %) eine Dividende an ihre Aktionäre, aber in der aktuellen Analyse für 2007 zählten von 1.076 Gesellschaften nur 248 (23 %) zu den Dividendenzahlern, während 828 Gesellschaften dividendenlos blieben.

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Seit 2002 ist mehr als die Hälfte der Börsengesellschaften dividendenlos geblieben. Diese Entwicklung ist als bedenklich anzusehen. Gesellschaften ohne eine Gewinnausschüttung hat es zwar schon immer gegeben, aber nicht in einem so großen Umfang wie in den vergangenen Jahren. Wenn die Dividendensumme trotz besonders starker Zunahmen der dividendenlosen Gesellschaften gestiegen ist, so ist das vor allem auf die gute Entwicklung der Dax-Gesellschaften zurückzuführen. Bei den dividendenlosen Gesellschaften handelt es sich überwiegend um verhältnismäßig kleine Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich.

Kreditinstitute: Gestiegene Dividendensumme

In die aktuelle Dividendenanalyse wurden 36 Kreditinstitute einbezogen, die über ein Grundkapital von insgesamt 11,5 Mrd € verfügen. Das entspricht einem Anteil von 15 % am Grundkapital aller erfassten 1.076 börsennotierten Gesellschaften. Die 36 Kreditinstitute schütteten für das Geschäftsjahr 2007 an ihre Aktionäre 4,4 Mrd € (Vorjahr 2,9 Mrd €) aus. Die durchschnittliche Dividende je Aktie erhöhte sich auf 0,39 € (0,25 €).

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Strukturwandel unter den Börsengesellschaften

Unter den börsenorientierten Unternehmen ist in der langfristigen Entwicklung ein deutlicher Strukturwandel eingetreten. Diese Veränderung betrifft sowohl die Anzahl der Gesellschaften und ihre Gewinnausschüttung als auch ihre Zusammensetzung nach Wirtschaftszweigen.

Von den Börsengesellschaften, die 1970 im Rahmen der Dividendenerhebung des Statistischen Bundesamtes erfasst wurden, gehörten 419 (76 %) zum Produzierenden Gewerbe (Industrie, Energiewirtschaft und Baugewerbe) und 131 (24 %) zu den übrigen Wirtschaftsbereichen: Handel, Verkehr, Kreditinstitute, Versicherungen und Dienstleistungen. Das Schwergewicht lag damals eindeutig bei den Industrieunternehmen. Bezogen auf das Jahr 2007, also nach fast vier Jahrzehnten, zeigt sich ein völlig verändertes Bild: Auf das Produzierende Gewerbe entfielen 233 Unternehmen (22 %) und auf den nicht industriellen Bereich 843 Gesellschaften bzw. 78 %.

Unter den nicht industriellen Aktiengesellschaften gewann der Sektor der sonstigen Dienstleistungen deutlich an Gewicht. Im Jahr 1970 hatte es in diesem Sektor nur 19 Börsengesellschaften gegeben, zu denen durchweg Unternehmen aus der Grundstücksverwaltung und dem Wohnungsbau sowie Beteiligungsgesellschaften gehörten. Dagegen waren 2007 im Dienstleistungsbereich mehr als 800 Unternehmen tätig, bei denen es sich vornehmlich um kleine und mittlere Gesellschaften handelte.

Abschied von der Börse

Von den großen Publikumsgesellschaften sind Werte wie Degussa, Hoechst, Hoesch, Dresdner Bank, Gutehoffnungshütte, Schering, Veba und Viag nicht mehr auf den Kurszetteln der Wertpapierbörsen zu finden. Traditionsreiche Unternehmen wie AEG und Holzmann wurden zu Insolvenzfällen. Die Montanindustrie ist nur noch durch Thyssen/Krupp (Dax) und Salzgitter (MDax) vertreten.

Im Zeitraum von 2001 bis 2007 wurden 383 inländische Börsenzugänge, vorwiegend Freiverkehrswerte, registriert, denen 286 Börsenabgänge gegenüberstanden. Es gab in diesem Zeitraum also einen Nettozugang von 97 Unternehmen.