Buchtipp
Wir Deutschen und das Geld
 

Sollte der Deutsche Michel jemals als Sinnbild für die Deutschen in Ruhestand gehen, wäre der Sparfuchs ein geeigneter Nachfolger. Denn zwei Drittel der Deutschen (67 Prozent) bezeichnen sich selbst als sparsam und die meisten (52 Prozent) würden ihr Geld auf die Seite legen, wenn sie von heute auf morgen doppelt so viel Geld zur Verfügung hätten.

Schon von Kindesbeinen an ist Sparen für die Deutschen ein wichtiges Thema. Die deutliche Mehrheit (86 Prozent) hält ihre Kinder dazu an, Geld für größere Ausgaben zu sparen. Ebenso sind 94 Prozent der Ansicht, dass die Vermittlung zur Sparsamkeit Teil der häuslichen Erziehung sein sollte. Mit der Sparsamkeit geht eine weitverbreitete Armutsangst einher. So hat die Hälfte der Deutschen Angst davor, in Armut zu Leben. Genauso viele haben Angst vor Altersarmut. Nur 15 Prozent glauben, dass ihre Rente einmal für den Lebensunterhalt reichen wird.

Das und vieles mehr zeigt das vorgestellte Buch, das auf repräsentativen Umfragen des Marktforschungs- und Beratungsinstituts YouGov basiert. Wenige Neuerscheinungen der letzten Jahre haben so viel Medieninteresse erzeugt wie dieses kleine Büchlein. Das mag mit einigen Kuriositäten zusammen­hängen, die den Deutschen hier im Umgang mit Geld attestiert werden. Wenn tatsächlich 75 Prozent der über 55-Jährigen noch immer Euro-Preise in D-Mark umrechnen – und das nicht nur bei größeren Käufen, sondern auch beim Alltagseinkauf im Supermarkt –, muss man leider am Verstand der Altvorderen zweifeln. Schließlich ist die Euro-Bargeldeinführung mittlerweile 15 Jahre her (!). Und mehr noch: Mehr als ein Drittel (39 Prozent) würde ein Jahr auf Sex verzichten, wenn ihnen eine Fee dafür eine Mio. € böte. Ein Viertel (27 Prozent) würde im Gegenzug ein Jahr auf den Führerschein verzichten und gut ein Fünftel (19 Prozent) Sex mit einer Person haben, die sie nicht mögen. Na, wenn dies mal keine bahnbrechenden Erkenntnisse für die moderne Kreditwirtschaft sind.

             

Christoph Drösser, Hamburg, Edel Books, 2016, 112 S., 12,95 €, ISBN 978-3-8419-0473-7.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
12.04.2017
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