Buchtipp
Rating von Vermögensverwaltungen
 

In den letzten Jahren ist das Bedürfnis nach Transparenz von Beratungsleistungen im Finanzsektor stark gewachsen. Dieses Buch bietet erstmals einen Überblick über praxisbezogene Beurteilungsansätze für Vermögensverwaltungen.

Mit Blick auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien erläutert es die Auswirkungen von Ratings, Rankings und Scorings auf Arbeitsabläufe, Dienstleistungsprozesse und Effizienz in der Vermögensverwaltung. Daneben diskutiert es, wie sich die Kommunikation zwischen Finanzdienstleistern und Kunden durch transparente Beurteilungsmaßstäbe verändern wird. Wer in den letzten sieben Jahren Geld anlegte, konnte in den meisten Assetklassen gewinnen: Rentenanlagen profitierten vom Weg zu Niedrigzinsen, Aktienanlagen wurden durch die Liquiditätsschwemme der Zentralbanken beflügelt. Mithin vermochten viele Vermögensverwalter ihren Kunden seit den Tiefstständen teils hervorragende Ergebnisse präsentieren. Die allgemeinen Anlageerfolge vernebeln jedoch den Blick auf die eigentlichen Leistungen des Vermögensverwalters: Diese sind nicht nur an Marktindizes zu messen, sondern insbesondere auch an den persönlichen Zielen des Anlegers.
Der Frankfurt School Verlag fügt mit diesem Buch nicht eine weitere Monografie den vielen theoretischen Werken auf dem Gebiet der Performance-Messung hinzu, sondern ein Sammelwerk aus Beiträgen insbesondere von Praktikern aus den Vermögensverwaltungen. So werden die Möglichkeiten und der Nutzen einer Bewertung von Vermögensverwaltungen abgesteckt, Kriterien zur Beurteilung und Methoden für Messung und Vergleich von Performanceleistungen präsentiert sowie schließlich Praxisbeispiele aus Vermögensverwaltungen gegeben. Der Leser taucht mit diesem Buch in die vielfältige Welt der Vermögensverwaltungen ein, deren Variantenreichtum es einerseits so schwierig, andererseits aber auch so notwendig macht, mit fairen Maßstäben die Leistungen von Vermögensverwaltern zu vergleichen. Indem die Autoren die Gründe für die unterschiedlichen Ansätze und Gestaltungen von Vermögensverwaltungen illustrieren, vermag der Leser mit diesem Buch einzusehen, dass sich nicht mit einer einzelnen Kennzahl ein Urteil über Vermögensverwaltungen bilden lässt, sondern nur ein umfassenderer Kriterienkatalog sowohl die richtige Wahl als auch die laufende Kontrolle von Vermögensverwaltungen erlaubt.

             



Oliver Everling & Jürgen Lampe (Hrsg.), Frankfurt School Verlag 2014, 406 Seiten, 59,90 €, ISBN 978-3-95647-003-5.

 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
19.01.2016
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