Buchtipp
Open Banking – Neupositionierung europäischer Finanzinstitute
 

Bereits im Vorwort macht der Autor deutlich, vor welch fundamentalem Wandel die Finanzbranche steht. Hintergrund ist die von der EU forcierte Öffnung der Bankeninfrastruktur, die durch die Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 (Payment Services Directive) ermöglicht wurde. Diese fordert Finanzdienstleister dazu auf, Kundendaten für Dritte zugänglich zu machen. Der offene Zugang zu den Daten läutet einen Umbruch ein, der etablierte Banking-Geschäftsmodelle bedroht. Doch den Instituten bleibt keine Wahl: Open Banking zwingt die Geldhäuser dem Autor zufolge zu einer Neupositionierung.

Doch für den Verfasser sind die Banken nicht nur durch den Gesetzgeber unter Druck geraten, sondern auch infolge des zunehmenden Wettbewerbs in der Finanzbranche. Kunden würden in Drittanbietern, etwa Zahlungsauslöse- oder Kontoinformationsdienstleistern, einen Mehrwert erkennen. Technisch hervorragend ausgestattet, positionierten sich diese Anbieter rund um den dynamisch geprägten Sektor des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Für die Mehrheit der traditionellen Bankhäuser Europas sei es eine große Herausforderung, sich neu auszurichten und synergiebildende Allianzen mit Drittanbietern wie FinTechs einzugehen, heißt es. Zu groß sei die Angst davor, vom Markt verdrängt zu werden. Der Autor schreibt den Finanzdienstleistern daher ins Stammbuch, ihr Akzeptanzniveau gegenüber der immer stärker wachsenden FinTech-Industrie mit all ihren zukunftsweisenden Produkten wie Instant Payments oder API-Banking neu zu evaluieren.

Wer nun eine rein technische Abhandlung über Open Banking erwartet hat, wird positiv überrascht; der thematische Bogen ist weit gespannt. Erläutert werden nicht nur die Gründe für die Öffnung der Banken, sondern es erfolgt auch eine Auseinandersetzung über das Pro und Contra der Bankenöffnung sowie eine Analyse der Chancen und Risiken infolge der neuen Rahmenbedingungen. Der Leser erhält fokussiertes Wissen zur Open-Banking- und FinTech-Thematik – eine lesenswerte Lektüre rechtzeitig zu der am 14. September inkraftgetretenen zweiten Stufe der PSD2.

Markus Bramberger, Springer Gabler 2019, 39 S., 14,99 €, ISBN 978-3-658-26122-1

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
27.09.2019
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