Bessere Integration erforderlich
Deutsche Banken haben Nachholbedarf in punkto Compliance und Risikomanagement. Kritische Risiken werden oft nur ungenügend erfasst und überwacht, wie eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte zeigt.
Demnach ist die Aufgabe der Compliance - also der Befolgung von Regeln, Gesetzen und Standards - häufig auf verschiedene Geschäftsbereiche verteilt. Nicht selten fehlt eine Anbindung an das Risikomanagement. Das führt einerseits zu Überschneidungen bei einzelnen Prozessen und andererseits zu Lücken bei funktionsübergreifenden Themen, die zu rechtlichen Verstößen führen können. Um den steigenden Anforderungen der Regulatoren gerecht zu werden, ist laut Deloitte die Einführung eines integrierten Compliance- und Risikomanagements nötig. Durch die Standardisierung von Prozessen und die Automatisierung von Abläufen könnten die Compliance-Kosten langfristig um 20 % bis 30 % gesenkt werden. Zudem werde die Zuordnung der Aufwendungen erleichtert. Aktuell sind 70 % der befragten Banken nicht in der Lage, ihre Compliance-Kosten vollständig anzugeben oder korrekt zu ermitteln. Gleichzeitig erwarten 90 % mittelfristig eine Qualitäts- und Komplexitätszunahme in diesem Aufgabenbereich.

