Auch auf Folgen der Schuldenkrise
Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung greift mit ihren Prüfungsschwerpunkten für 2012 aktuelle Entwicklungen an den Märkten auf, berücksichtigt aber genauso Bereiche, in denen Unternehmen in der Vergangenheit häufig fehlerhaft bilanzierten. Neu im Fokus der Prüfer ist die Bilanzierung von Finanzinstrumenten, die von der Staatsschuldenkrise betroffen sind.
Hier geht es der Bilanzpolizei unter anderem um die Plausibilität der Fair-Value-Ermittlung, insbesondere der Beurteilung, ob ein aktiver Markt vorliegt. Weiteres Augenmerk wird auf der Chancen- und Risikoberichterstattung im Konzernlagebericht liegen, dabei zum Beispiel die Auswirkungen vereinbarter Financial Covenants. Kommt es zu Wertminderungen von Vermögenswerten samt Goodwill, wird verstärkt auf die Plausibilität der Bewertungsprämissen für die Berechnung des erzielbaren Betrags einschließlich Kapitalkostensatz geachtet. Bei Unternehmenszusammenschlüssen werden sich die Prüfer genauer anschauen, wie der Kaufpreis zustande kommt, und schließlich stehen Immobilien auf der Liste, die als Finanzinvestitionen gehalten und zum Fair Value bilanziert werden. Nachdem die Quote der Fälle mit fehlerhafter Rechnungslegung 2010 bei 26 % lag (2009: 20%), wird für das vergangene Jahr ein ähnlich hoher Wert erwartet. Details unter www.frep.info.

