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Mitarbeiterstruktur der Frankfurter Großbanken

In Europa präsent

Bei den drei Frankfurter Großbanken ist die Zahl der Auslandsmitarbeiter im vergangenen Jahr insgesamt deutlich gestiegen. Sie erhöhte sich seit 2005 um 21.750 auf rund 72.700. Im Durchschnitt arbeitete Ende 2008 fast jeder zweite Mitarbeiter dieser Finanzkonzerne im Ausland. Regionaler Schwerpunkt ist Europa. | Werner Karsch

Die Internationalisierung des Bankgeschäfts lässt sich nicht zuletzt an der Entwicklung der Mitarbeiterstruktur der führenden deutschen Kreditinstitute ablesen. So ist die Zahl der Auslandsmitarbeiter der drei Frankfurter Großbanken zwischen 1990 und 2000 von rund 17.800 auf 64.300 hochgeschnellt. Zwar erfasste der bis zum Jahr 2005 zu beobachtende Personalabbau auch ausländische Standorte, doch seither erhöhte sich die Zahl der Auslandsmitarbeiter wieder deutlich um 43% auf rund 72.700.

mitarbeiterentwicklung der frankfurter großbanken Im Durchschnitt der drei Großbanken arbeiteten Ende 2008 rund 48% der Mitarbeiter im Ausland. Anfang der neunziger Jahre waren es erst 13%. Die Quote hat sich mithin fast vervierfacht.

Die Deutsche Bank gehört zu den globalsten Konzernen der internationalen Finanzbranche. Die ausgeprägte weltweite Positionierung kommt auch darin zum Ausdruck, dass der Kreis der internationalen Mitarbeiter im Konzern im vergangenen Jahr um 2.000 auf 52.500 ausgeweitet wurde. Damit hat die Auslandsquote mittlerweile einen Stand von rund 65% erreicht.
Global Player
Die geschäftlichen Aktivitäten der Deutschen Bank erstrecken sich auf über 70 Länder. Die regionale Aufschlüsselung verdeutlicht, dass das Schwergewicht in Europa liegt. Hier sind rund 44% der Auslandsmitarbeiter beschäftigt. Ihren Status als Global Player unterstreicht die Bank insbesondere aber durch die starke Präsenz auf dem amerikanischen Kontinent, wo 24% der Auslandsbanker tätig sind. Auf die Wachstumsregion Asien/Pazifik wiederum entfallen 33 % der internationalen Arbeitsplätze. Hier hat die Bank ihre Aktivitäten deutlich ausgebaut: Seit 2006 ist die Mitarbeiterzahl um 6.400 auf gut 17.100 hochgeschnellt.

Bei der Dresdner Bank war Ende 2008 jeder fünfte der 27.600 Konzernmitarbeiter im Ausland tätig. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank auf die internationale Mitarbeiterstruktur des neuen Finanzkonzerns haben wird. Die Commerzbank konzentrierte sich in den vergangenen Jahren im Rahmen ihrer internationalen Ausrichtung auf die Wachstumsregionen Europas sowie bestimmte Märkte Nordamerikas und Asiens. Im Konzern hat sich der Anteil der Auslandsmitarbeiter seit dem Jahr 2000 von 19 auf 34 % erhöht. 2008 war mithin jeder dritte der insgesamt 43.169 Mitarbeiter im Ausland beschäftigt.

Besonderes Augenmerk galt den Märkten Mittel- und Osteuropas (MOE). Nach dem mehrheitlichen Erwerb der ukrainischen Bank Forum hat die Commerzbank ihr MOE-Geschäft neu geordnet. Früher organisatorisch in der Mittelstandsbank verankert, sind die Aktivitäten aller Tochtergesellschaften und Filialen der Region inzwischen in einer separaten Osteuropa-Holding zusammengefasst. Durch die erstmalige Konsolidierung der Bank Forum ergab sich der Effekt, dass 2008 die Zahl der statistisch erfassten Auslandsmitarbeiter markant von 9.121 auf 14.722 gestiegen ist.

Werner Karsch, Redaktion die bank, Berlin.
Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe 06/2009
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