Eher weniger Netto vom Brutto
Die erste Gehaltsabrechnung im neuen Jahr fällt schon allein durch Veränderungen bei den Sozialabgaben anders aus als der Dezemberscheck. Ob dadurch mehr oder weniger Netto vom Brutto bleibt, lässt sich pauschal nicht sagen, sondern kommt immer auf den Einzelfall an.
Für 2012 hat das IW Köln aber immerhin diese Tendenzen zusammengetragen: Bei der Rentenversicherung haben sich die Rücklagen für konjunkturell schwache Zeiten so stark erhöht, dass die Regierung qua Gesetz verpflichtet ist, den Beitragssatz zu senken (maximale Nachhaltigkeitsrücklage von 1,5 Monatsausgaben oder gut 25 Mrd €). Statt 19,9 % beträgt er 2012 nur noch 19,6 % - bei gleichbleibenden Beitragsbemessungsgrenzen von 5.600 € in West- und 4.800 € in Ostdeutschland. Davon profitieren auch Rentner, denn laut Rentenformel steigen die Altersbezüge in dem Umfang, wie der Beitragssatz sinkt. Umgekehrt verhält es sich bei der Kranken- und Pflegeversicherung, wo die Beitragssätze gleich bleiben, die Obergrenze des beitragspflichtigen Monatseinkommens hingegen von 3.712,50 € auf 3.825 € ansteigt. Unterm Strich wachsen damit die monatlichen Höchstbeiträge der Sozialabgaben in Westdeutschland um maximal 26 € in Westdeutschland und im Osten um 5 €.

