Aktion „Silberfuchs“
Wer Männer und Frauen über 50 in Finanzfragen berät, benötigt ein anderes Profil als ein Berater von Berufseinsteigern. Deshalb startete die Bausparkasse Schwäbisch Hall die Weiterbildungsreihe „Silberfuchs“ für Banker, die selbst bereits mindestens 40 Jahre alt sind – und sammelt damit gute Erfahrungen. | Andreas Lutz
Im Verlauf des Lebens wandeln sich die Bedürfnisse der Menschen – und somit auch ihre Fragestellungen zu finanziellen Themen. Berufseinsteiger zum Beispiel interessieren sich oft für die Fragen: „Wie finanziere ich mein erstes Auto“ oder „... meine erste Wohnung“. Später rücken bei jungen Frauen und Männer, so um die 30, andere Themen in den Fokus: „Wie kann ich fürs Alter vorsorgen?“ Oder: „Wie finanziere ich das Eigenheim meiner Familie?“ Und wenn sie die 50 passiert haben? Dann gewinnen neue Lebenssituationen an Bedeutung: „Wie lange muss ich arbeiten, um im Ruhestand ein gutes Auskommen zu haben?“ Zudem: „Wie und wo will ich im Alter wohnen?“ Aber auch andere Themen erscheinen am Horizont: „Wem soll ich mal mein Haus vererben?“ Und: „Wie kann ich die Erbregelung so gestalten, dass sich keines meiner Kinder benachteiligt fühlt?“
Wenn sich jedoch die Fragen der Menschen ändern, dann müssen auch die Experten, die sie in den verschiedenen Lebensphasen in finanziellen Angelegenheiten beraten, ein entsprechendes Know-how haben. Deshalb startete die Bausparkasse Schwäbisch Hall vor drei Jahren eine Weiterbildungsreihe für „erfahrene Außendienstmitarbeiter“ speziell zum Themenkomplex Beratung von Männern und Frauen jenseits der 50 – „nicht zuletzt auch, weil diese Kundengruppe wegen des demografischen Wandels an Bedeutung gewinnt“, erklärt Ulrich Biermann, Bereichsleiter Vertrieb bei Schwäbisch Hall.
„Silberfüchse“ beraten „Silberfüchse“
Das sich über neun Monate erstreckende Programm heißt „Silberfuchs“. Der Name spielt zum einen auf das Schwäbisch-Hall-Maskottchen, den Bauspar-Fuchs, an, zum anderen aber auch auf folgende zwei Punkte: „In dem Programm geht es inhaltlich um die Beratung von Männern und Frauen, deren Schläfen oft bereits die ersten grauen Haare zieren. Außerdem: Für das Programm können sich nur Berater anmelden, die selbst bereits älter als 40 Jahre sind und entsprechend viel Berufserfahrung gesammelt haben.
Für ein Programm gezielt für ältere Finanzberater entschied sich Schwäbisch Hall, weil der Finanzdienstleister den Kunden in jeder Lebenssituation eine hochqualifizierte Beratungsleistung anbieten will. Problemstellungen wie „Erben und Vererben von Wohneigentum“ sind komplexe Beratungsthemen, die rechtliche und steuerliche Kenntnisse erfordern. Auch das Thema „Wohnen im Alter“ verlangt eine sehr umfassende Beratung der Kunden, die außer ihren persönlichen Wünschen auch ihre finanzielle, familiäre und gesundheitliche Situation berücksichtigt.
Entsprechend profiliert müssen die Berater sein. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Kunden wenden sich mit so persönlichen und weitreichenden Fragen bevorzugt an Berater, bei denen sie davon ausgehen, dass diese ihr Anliegen aufgrund ihrer Lebenserfahrung und persönlichen Reife verstehen. Auch deshalb ist es bei der Beratung der Zielgruppe 50plus von Vorteil, wenn der Berater selbst schon ein reiferes Alter erreicht hat.
Mehrere Weiterbildungsmodule
Die Weiterbildungsreihe „Silberfuchs“ besteht aus drei Modulen, die jeweils zwei bis drei Tage dauern. Im ersten Baustein befassen sich die teilnehmenden Berater unter anderem mit der demografischen Entwicklung in unserer Gesellschaft und damit, welche Fragen und Probleme sich hieraus für die heute 50- und 60-Jährigen ergeben. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind die Themen „Altersgerechtes Wohnen“ sowie „Erben und Vererben von Wohneigentum“.
Im zweiten Baustein werden dann primär die Ruhestandsfinanzierung sowie steueroptimierende Aspekte erörtert. Und im dritten Baustein? Hier befassen sich die Berater nochmals intensiv mit konkreten Beratungsfällen, die sich im Vertriebsalltag ergeben, und erörtern, was aus Kundensicht das bestmögliche Lösungskonzept wäre.
Einer der ersten Teilnehmer an der Weiterbildungsreihe, ein 53-jähriger Schwäbisch-Hall-Bezirksleiter, sagt im Rückblick: „Das Programm hat mir sehr viel gebracht – obwohl ich schon weit über 30 Jahre Bankkaufmann bin und entsprechend viel Beratungserfahrung habe. Es war sehr gewinnbringend, nochmals zu reflektieren, was Männern und Frauen jenseits der 50 warum wichtig ist, und was sie folglich von ihrem Berater erwarten.“
Zudem macht es einen Unterschied, wenn man sich als Berater mit alterspezifischen Themen nicht nur nebenbei, sondern durchgängig und systematisch befasst. Dann wird das Wissen auf eine solidere Basis gestellt. Wichtig ist überdies der Austausch mit Kollegen, die ähnlich viel Berufs- und Lebenserfahrung haben.

