Steigende Nachfrage - keine Klemme
Eine flächendeckende Kreditklemme als Folge der weltweiten Finanzkrise halten nicht nur die Banken, sondern auch die Unternehmen in Deutschland mehrheitlich für unwahrscheinlich. Von den durch Ernst & Young befragten 550 Unternehmen sind 57 % der Meinung, dass es 2010 nicht zu einer Kreditklemme kommt.
Die 120 ebenfalls interviewten Banken äußerten diese Meinung zu 70 %. Rund 60 % der Institute sind der Ansicht, dass die Nachfrage nach Unternehmenskrediten in den nächsten zwölf Monaten steigen wird. Gefragt nach den Plänen für die Neukreditvergabe, nannten 40 % der Banken das Ziel, diese Position ausweiten zu wollen. Derweil zeichnet sich die wachsende Kreditnachfrage in der Wirtschaft bereits ab: Jedes dritte befragte Unternehmen will seine Investitionen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen, gut jedes zweite das Investitionsniveau zumindest beibehalten. Die Firmen machen sich nach Einschätzung der Unternehmensberatung auch zunehmend Gedanken, wie sie ihre Chancen auf Kredite in der Zukunft verbessern können. So wollen 44 % ihre Unternehmensplanung und -kontrolle verbessern. Die Erhöhung des Eigenkapitals steht für 38 % der Unternehmen auf der Agenda, und jeweils gut ein Drittel will seine Ratingkennzahlen und das Liquiditätsmanagement verbessern. Bei der Frage nach möglichen alternativen Finanzierungsinstrumenten, nannte lediglich ein Viertel der Firmen Unternehmensanleihen und Schuldscheine als ernst zu nehmenden Ersatz für Bankkredite. Gut zwei Drittel derjenigen, die den Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente planen, setzen nach wie vor auf das altbewährte Leasing. Jedes vierte Unternehmen nutzt Factoring. Und immerhin 18 % planen, Anleihen zur Finanzierung einzusetzen.


