Ein Markt im Umbruch
Die Schaffung der Single Euro Payments Area betrifft auch das Zahlungsmedium Karte. In Deutschland gilt dies insbesondere für die mehr als 90 Mio Debitkarten des girocard-Systems. Wie es das SEPA Cards Framework vorgibt, hat die Umstellung auf die SEPA für Karten Anfang 2008 begonnen. Der Abschluss der Migration ist für Ende 2010 vorgesehen. Die Hälfte der Zeit ist also verstrichen, ein guter Anlass, um einen Blick auf die Entwicklung des deutschen girocard-Systems in dieser Umbruchphase zu werfen. | Joachim Fontaine
Für die Beantwortung der Frage, ob die SEPA für Karten fristgerecht umgesetzt werden kann, ist die aktuelle Marktsituation in Deutschland und Europa ein wichtiger Parameter. Tatsächlich kann man fast in allen europäischen Ländern ein großes Maß an Unsicherheit über den weiteren Fortgang feststellen. Denn als sicher darf man zwar annehmen, dass es die nationalen Kartensysteme nach 2010 nicht mehr in unveränderter Form geben kann, in vielen Fällen ist jedoch bis heute nicht klar, wie sich diese Systeme entwickeln oder ob sie überhaupt fortbestehen werden.
Situation in Deutschland
Diese Situation spiegelt sich auch in der Ausstattung der Karten durch die Kartenausgeber wider. War es bisher für die herkömmliche deutsche ec-Karte nahezu selbstverständlich, dass sie neben dem electronic-cash-Zeichen für das nationale POS-System und die Benutzung von Geldautomaten das Maestro-Zeichen (Debitkarten-Marke von MasterCard) für den internationalen Einsatz aufwies, kann dies heute und in Zukunft nicht mehr durchgängig vorausgesetzt werden.
Der erste auffällige Unterschied ist der Übergang vom electronic-cash-Zeichen zur neuen Marke girocard. Dieser war eine Folge der Europäisierung des electronic cash-Systems, die die deutsche Kreditwirtschaft bereits 2005 zur Sicherstellung der SEPA-Konformität beschlossen hatte, denn aufgrund markenrechtlicher Gegebenheiten kann das bekannte electronic-cash-Zeichen nicht außerhalb Deutschlands verwendet werden.
Beim Wechsel von der alten ec-Karte zu girocard bleibt es jedoch nicht, weitere Markenzeichen werden auf deutschen Debitkarten einen Platz finden. Maestro wird zwar in absehbarer Zeit den größten Anteil bei den so genannten Cobrands behalten, zunehmend werden Institute aber auch das Visa-Pendant V PAY nutzen. V PAY ist ein auf die SEPA zugeschnittenes Produkt, das ausschließlich auf dem EMV-Chip basiert, zu dessen Nutzung sich die europäische Kreditwirtschaft verpflichtet hat. Maestro ist global aufgestellt und verwendet deshalb weiterhin außerhalb der SEPA auch den Magnetstreifen. Beide Marken können auch alleinstehend ohne eine nationale Marke auftreten.
Interessante Ausstattungskombinationen eröffnen sich, wenn man die Cirrus-Marke verwendet, das Akzeptanzzeichen von MasterCard speziell für die weltweite Nutzung von Geldautomaten, oder - wiederum als Alternative - die funktional ähnliche Plus-Marke von Visa. Weitere Möglichkeiten bieten die kontaktlosen Varianten PayPass (MasterCard) und pay- Wave (Visa). Ergänzt wird das Angebot an verfügbaren Marken von internationalen Verbünden wie der EAPS (European Alliance of Payment Schemes). Selbstverständlich bleiben daneben noch spezielle nationale Marken auf den Karten erhalten, etwa die der Geldautomatenverbünde CashGroup oder Cash-Pool und die Geld- Karte.
Als direkte Auswirkung der SEPA für Karten wird es künftig keine rein nationalen Kartensysteme mehr geben, der definierte Markt umfasst alle 28 Staaten der europäischen Union, sowie Island, Norwegen, Lichtenstein und die Schweiz. Ehemals nationale Systeme müssen sich daher europaweit öffnen und ehemals nur grenzüberschreitende Systeme sind nun ebenfalls überall in Europa zuzulassen.
Im Klartext bedeutet das vor allem für bisherige Cobranding-Partner eine völlig neue Situation. War die Rollenverteilung bislang klar, das nationale Brand bedient den heimischen Markt und das Cobrand deckt den - meist sehr geringen - Einsatz im Ausland ab, sind spätestens ab 2011 alle Marken in allen europäischen Märkten gleichberechtigt. Damit hat ein Kartenausgeber nicht länger zwei komplementäre Marken auf seiner Karte, sondern zwei im gleichen Markt konkurrierende Produkte, die unter Umständen sogar unterschiedliche Preise und Abwicklungskosten haben. Diese neue Konstellation wird nachhaltige Auswirkungen auf die Kartenausgabepolitik der Banken haben.
Das Angebot an Debitkarten wird somit deutlich breiter und bunter. Allerdings wird es auch für Karteninhaber und Akzeptanten zunehmend unübersichtlicher. Grundsätzlich wird von der Politik die Erwartung formuliert, dass jede SEPA-konforme Karte an jedem Terminal funktionieren soll. Tatsächlich entscheidet jeder Händler individuell, welche Karten er akzeptiert. Ob in der Praxis immer alle akzeptierten Marken an einem Terminal zu erkennen sein werden, ist eher fraglich. Dem Karteninhaber wird daher häufig nichts anderes übrig bleiben, als seine Karte „auf gut Glück“ einzusetzen, wobei wahrscheinlich die meisten Karten fast immer auch akzeptiert werden. Auf jeden Fall sinkt die visuelle Bedeutung der Markenzeichen der einzelnen Systeme auf den Karten selbst. Ein Phänomen, dessen sich die Marketingspezialisten der Kartenausgeber bewusst sein sollten.
Interchange - ein DauerthemaEin seit Jahren intensiv diskutiertes Thema ist die Zukunft der Interchange im Kartengeschäft. Im Fokus steht hier vor allem die Interchange im POS-Bereich, wo die Acquirer für jede einzelne Transaktion einen Betrag an den jeweiligen Kartenausgeber im Interbankenverhältnis zahlen. Höhe und Zulässigkeit solcher multilateralen Interchanges sind Gegenstand wettbewerbspolitischer Betrachtungen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Mitte 2009 in Kraft getretene Vereinbarung von MasterCard mit der EU-Kommission über eine grenzüberschreitende multilaterale Interchange in der SEPA. Die Sätze von durchschnittlich 0,2 % für Debit-Karten (0,3 % für Kreditkarten) könnten sich durchaus im Markt als Benchmark herausstellen. Die Ertragskraft künftiger Geschäftsmodelle im Kartengeschäft wird insbesondere davon abhängen, ob eine Interchange politisch als Grundlage akzeptiert wird.
Doch selbst dann ist nicht gesagt, dass man Sicherheit über die möglichen oder als zulässig erachteten Interchange-Sätze erhält, weil sich die zuständige Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission bisher jeder eindeutigen Aussage in diese Richtung hin enthalten hat. Sie sieht sich als zuständig für die Schaffung und Bewahrung eines Level Playing Fields für den freien Wettbewerb der Systeme, dessen Rahmenbedingungen sich im Lauf der Zeit verändern können. Das Kartengeschäft ist jedoch bei oftmals engen Margen auf langfristig gesicherte Ertragskomponenten angewiesen.
Jüngere Äußerungen aus dem Umfeld der Generaldirektion Wettbewerb lassen darauf schließen, dass man dort die Kartenzahlungen keinesfalls immer als preiswerter im Vergleich zu einer Bargeldzahlung ansieht. Dies trifft insbesondere für den Bereich der niedrigen Zahlbeträge zu. Sollte diese Annahme zutreffen, erscheint der insbesondere von den Zahlungssystemen aktuell propagierte „War on Cash“, der auf eben diesen Kleinpreisbereich abzielt (Low Value Payment, LVP), in einem anderen Licht. Demnach wäre es weder aus Sicht der Volkswirtschaft noch aus Sicht der Händler in jedem Fall erstrebenswert, das Bargeld im Handel durch Kartenzahlungen zu ersetzen. Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass Bargeld in Banken hohe Kosten verursacht und dass Kartengesellschaften bei einem transaktionsbezogenen Preismodell von vermehrten Kartentransaktionen einen Vorteil hätten.
Das deutsche girocard-System
Das girocard-System befindet sich mitten in der SEPA-Migration. Diese Migration hat mehrere Aspekte:
Ein wichtiger Bestandteil ist die technische Umstellung des Systems von nationalen auf SEPA-konforme Standards. Konkret bedeutet dies die Abkehr von der Nutzung der Spur 3 des Magnetstreifens und der nationalen Chip-Anwendung hin zur Nutzung der Spur 2 (als Übergangslösung bis 2011) und der durchgängigen Nutzung einer EMV-Chip-Anwendung. Während die girocard-Karten bereits zu rund 80 % mit einem EMV-Chip ausgestattet sind, ist die Umstellung der Terminals differenziert zu betrachten. Keine großen Schwierigkeiten bestehen bei der Umstellung der Geldautomaten, der weitaus größte Teil der Geräte ist bereits EMVfähig.
Anders ist die Situation bei den rund 600.000 POS-Terminals. Diese müssen die Anforderungen des Technischen Anhangs 7.0 zur electronic-cash-Vereinbarung erfüllen, um voll SEPA-konform zu sein. Bei der Umstellung der Terminals auf die Spur 2-Verarbeitung zum ursprünglich vorgesehenen Termin 30. September 2009 sind aufgrund der zögerlichen Bereitstellung von passender Terminal-Software Verzögerungen aufgetreten. Deshalb haben ZKA und die electroniccash-Netzbetreiber einen neuen Termin vereinbart, der bis Mitte 2010 sicherstellt, dass das girocard-System rechtzeitig alle Anforderungen an ein SEPA-Kartensystem erfüllen wird.
Die SEPA-Migration wird begleitet durch die Anpassung der ZKA-Vertragswerke über die deutschen Kartensysteme an die Anforderungen aus der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie (Payment Services Directive, PSD). Wesentlich ist dabei, dass die dem girocard-System zugrunde liegenden ZKA-Vereinbarungen für Zahlungsdienstleister geöffnet werden.
Offen war lange die grundsätzliche Zulassung eines Entgelts für eine Kartenzahlung (Surcharge) durch Händler. Hier hat sich der deutsche Gesetzgeber letztlich dazu entschlossen, die Entscheidung über eine mögliche Surcharge den Kartensystemen zu überlassen.
An das Clearing und das Settlement von Kartentransaktionen werden in der SEPA andere Anforderungen gestellt. Europaweit stellen Kartenzahlungen das am schnellsten wachsende Segment im elektronischen Zahlungsverkehr dar. Jedoch können die durch das European Payments Council (EPC) entwickelten und beschlossenen Formate für SEPA-Lastschriften nicht ohne weiteres für den kartenbasierten Zahlungsverkehr verwendet werden, so wie es heute mit dem deutschen DTA-Format im konventionellen Zahlungsverkehr der Fall ist. Da das DTA-Format in absehbarer Zeit auslaufen wird, muss eine Lösung gefunden werden, die neue SEPA-Infrastruktur für den konventionellen Zahlungsverkehr auch für die Abrechnung von Kartenzahlungen nutzbar zu machen.
Das EPC selbst hat dieses Thema bislang mit geringer Priorität behandelt, weil die Abrechnung von Kartentransaktionen nicht in allen Ländern in gleicher Art und Weise durchgeführt wird. Auch die internationalen Zahlungssysteme haben unter Hinweis auf ihre eigenen Clearing-Wege nur ein begrenztes Interesse gezeigt. Da aber ein SEPA-konformes Format für Kartentransaktionen zumindest von Teilen der europäischen Kreditwirtschaft benötigt wird, hat die Standardisierungsinitiative „Berlin Group“ begonnen, ein zahlungssystemunabhängiges Format zu beschreiben, das die SEPA-Lastschrift den Konventionen des Standards ISO 20022 entspricht.
Hierbei wird die Zusammenarbeit mit europäischen Clearinghäusern und der Europäischen Zentralbank gesucht. Es wird erwartet, dass es einen ersten stabilen Entwurf des als SEPA Card Clearing bezeichneten Formats kurzfristig geben wird. Bis zum Einsatz im girocard-System als Ersatz für das DTA-Format wird es dennoch eine gewisse Zeit brauchen, spätestens 2011/2012 sollte dies aber möglich sein.
Kooperationspartner von girocard
Jedes Kartensystem, das in der SEPA nach 2010 operieren möchte, muss die Kriterien des SEPA Cards Framework erfüllen. Dies wird für das girocard-System zwar gegeben sein, damit ist es jedoch nicht automatisch ein europaweit akzeptiertes System. Schließlich entscheidet jeder Händler selbst, welche Kartensysteme er akzeptieren möchte. Auch besitzt der Zentrale Kreditausschuss nicht das Mandat für einen aktiven SEPA-weiten Vertrieb seines Systems.
Der eingeschlagene Weg zur Verbreiterung der europäischen Akzeptanz läuft deshalb über Kooperationen mit Kartensystemen, die in anderen europäischen Ländern beheimatet sind. Das können bilaterale Vereinbarungen sein, wie mit Österreich oder den französischen Sparkassen, oder aber die Teilnahme an einer Allianz von Kartensystemen, wie es die European Alliance of Payment Schemes (EAPS) darstellt.
Die EAPS hat im vergangenen Jahr Fortschritte gemacht und im Pilotbetrieb 1 Mio Transaktionen problemlos abwickeln können. Auch hat die EAPS inzwischen die legale Form einer Gesellschaft nach belgischem Recht. Im weiteren Verlauf des Systemaufbaus wird das girocard-System seine Terminalbasis für die Karten der Kooperationspartner öffnen. Dies wird im Gleichschritt mit der EMV-Migration, bzw. der Migration der POSTerminals zu TA 7.0 vor sich gehen.
Zukünftige Karten-Themen
Auch wenn die Implementierung der SEPA für Karten zurzeit das tägliche Geschäft bestimmt, die Entwicklung im Kartensegment kennt weitere Themen, die bereits heute das girocard-System und damit die Banken beschäftigen. Mittel- bis langfristig könnten auch die heutigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand gestellt werden.
An POS-Terminals kommen neue Techniken und Verfahren zum Einsatz. So hat schon vor einiger Zeit die Handelsfirma REWE begonnen, an vielen ihrer Kassen Cash Back (Auszahlung von Bargeld im Zusammenhang mit einem Einkauf) anzubieten. Nach aktueller Auffassung der BaFin ist dafür künftig keine Einzelgenehmigung mehr erforderlich, sofern die Auszahlung durch eine kreditwirtschaftliche Autorisierung (mit PIN) abgesichert ist. Das girocard-System kennt zwar offiziell kein Cash Back, seine Nutzung ist aber technisch möglich.
Vor allem die internationalen Kartensysteme tragen derzeit vor, dass der Zuwachs an Transaktionen vor allem aus dem Bereich der Kleinbeträge kommen wird (Low Value Payment, LVP). Um die Verfahren für Handel und Kunden attraktiver zu gestalten, werden sie mit der kontaktlosen Kartentechnik kombiniert, auch wenn diese beiden Themen eigentlich unterschiedlicher Natur sind. Die Verbindung ist jedoch relativ naheliegend: Man möchte kontaktlose Zahlungen ohne eine PIN-Eingabe abwickeln, was aus Sicherheitsgründen aber nur für kleine Beträge vertretbar und sinnvoll ist.
Die Verfahren der internationalen Systeme können damit als Konkurrenz zur deutschen (kontaktbehafteten) GeldKarte gesehen werden, die sich seit Jahren um das Segment der kleinen Bezahlbeträge bemüht. Nun wäre es technisch nicht schwierig, die GeldKarte ebenfalls kontaktlos auszugestalten, nur lässt der bisherige Erfolg der GeldKarte Zweifel an einer solchen Investition berechtigt erscheinen. Aufschluss könnte ein seit August 2009 in einer Fußballarena laufendes Projekt mit einer kontaktlosen Geld-Karte als Zugangs- und Bezahlmedium geben. Mehrere zehntausend Fans sind mit solchen Karten ausgestattet worden, die auch außerhalb des Stadions als ganz normale GeldKarte eingesetzt werden können.
Ein Medien-Thema ist derzeit die Nutzung von Mobiltelefonen als Bezahlmedium. Viele Auguren prophezeien einen enormen Markt für derartige Bezahlverfahren, schon allein deshalb, weil inzwischen nahezu jeder ein Mobiltelefon sein Eigen nennt (höhere Verbreitung als Bankkarten) und weil die nachwachsende Generation diese Geräte völlig selbstverständlich auch für das Bezahlen verwenden würde. Es gibt auch durchaus Banken, die dem Thema offen gegenüber stehen. Entsprechende Pilotierungen gibt es bereits in Europa, am bekanntesten dürften derzeit das französische Projekt „Payez Mobile“ und „Oyster“ in London sein.
Ob sich das mobile Bezahlen tatsächlich in der Breite durchsetzen wird oder aber nur ein weiterer Zugangsweg zu herkömmlichen Bezahlverfahren bleibt, lässt sich im Moment nur schwer abschätzen. Tatsache ist, dass der Business Case für Banken eher schwierig sein dürfte, denn die effektive Kartenzahlung würde ja nur durch ein anderes Medium ersetzt, möglicherweise ohne eine Steigerung bei der Zahl der Transaktionen. Mit den Mobilfunkanbietern und unter Umständen weiteren Akteuren (für die sichere Verwaltung der Bezahl-Anwendungen im Mobiltelefon) gibt es zusätzliche Parteien, die an den Erträgen aus Bezahlvorgängen partizipieren wollen. Ungelöst ist bislang auch die Frage der sicheren Kunden-Authentifizierung über Mobiltelefone. Diese Punkte könnten sich in Summe als ein Hemmschuh erweisen.
Ein abschließender Blick gilt der Karten-Technik nach 2010. Es soll dann in der SEPA keine Magnetstreifen-Transaktionen mehr geben, alle SEPA-konformen Kartensysteme werden ausschließlich EMV-Chip-basiert sein. Damit könnte ein Kartensystem, das ausschließlich in der SEPA agiert, auf den Magnetstreifen vollständig verzichten.
Das bedeutet zunächst den Wegfall der Betrugsfälle, die auf den Missbrauch des Magnetstreifens zurückzuführen sind, vor allem die Anfertigung von Duplikaten (Counterfeit). Daneben können andere Systemarchitekturen entstehen, weil der Chip der Karte nicht kopierbar ist und sich die heute gültigen Sicherheitsmaßstäbe verschieben werden. Nur als Beispiel sei hier angeführt, dass heute jedes Terminal einen hohen Aufwand zum Schutz der Magnetstreifendaten und der Verschlüsselung der PIN betreiben muss - mit den entsprechenden Kosten.
Fazit
Der europäische Kartenmarkt ist durch die politische gewollte Schaffung der SEPA für Karten einerseits und die Selbstverpflichtungen der europäischen Kreditwirtschaft im Rahmen des EPC anderseits deutlich in Bewegung geraten. Selbst ein Jahr vor dem angestrebten Erreichen der gesteckten Ziele ist nicht klar, wohin die Reise letztlich gehen wird. Die konsequente Nutzung der Chipkartentechnik eröffnet neue Möglichkeiten, für die Infrastruktur wie für Geschäftsmodelle, so dass es nun auf eine flexible und entschiedene Reaktion auf die sich verändernden Rahmenbedingungen ankommen wird.

